Alexander Ebler

„Machen das nicht aus Spaß“

Mittwoch, 15 August 2018 16:57

Immer wieder wundern sich Bürger darüber, dass Feuerwehrfahrzeuge in den Abend- und Nachtstunden mit eingeschaltetem Martinshorn unterwegs sind, obwohl die Straßen menschenleer sind.

Weil am Rhein (sif). Jüngst war dies auch beim Wohnhausbrand im Maiacker in Haltingen der Fall, als noch weit nach Mitternacht mehrere Feuerwehrautos mit eingeschaltetem Martinshorn und Blaulicht durch Haltingen fuhren. Zu dem Zeitpunkt war der Brand bereits unter Kontrolle, doch es waren noch umfangreiche Nachlöscharbeiten notwendig. Mehrere Bürger sprachen unsere Zeitung an und wollten wissen, ob das denn zu nächtlicher Stunde sein müsse.

Wir fragten bei Markus Utke, stellvertretender Feuerwehrkommandant und Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Weil am Rhein, nach. „Wir verstehen den Unmut einiger Bewohner, die sich fragen, wieso Feuerwehrfahrzeuge nachts das Martinshorn einschalten“, sagte Utke und beantwortete in dem Zusammenhang unsere Fragen.

Frage: Ist es denn notwendig, wenn sichtbar keine Gefahr mehr besteht, dass die Feuerwehr auch in den Nachtstunden das Martinshorn einschaltet?

Ja. Wir dürfen nicht nur das Martinshorn einschalten, wir müssen es. Denn laut Straßenverkehrsordnung darf die Feuerwehr Sonder- und Wegerechte nur in Gebrauch nehmen, wenn am Fahrzeug das blaue Rundum-Blinklicht und das Martinshorn eingeschaltet sind.

Frage: Das liegt also nicht im Ermessen der Feuerwehr, ob sie mit lautem Martinshorn und Blaulicht zum Einsatzort fährt.

Nein, das ist in der Straßenverkehrsordnung eindeutig geregelt und somit eine gesetzliche Vorgabe. Sonder- und Wegerechte werden von der Freiwilligen Feuerwehr Weil am Rhein aber nur in Anspruch genommen, wenn Menschenleben in Gefahr sind, Gefahr für die öffentliche Sicherheit besteht oder bei einem Schadensfeuer.

Frage: Diese Voraussetzungen sind aber bei jedem Einsatz gegeben.

Ja. Auch wenn die Straßen leer sind, muss immer mit einem anderen Verkehrsteilnehmer gerechnet werden. Käme es zu einem Unfall, würde der Fahrer des Löschfahrzeugs in die Pflicht genommen werden – strafrechtlich wie auch zivilrechtlich.

Frage: Spielt da die Schuldfrage keine Rolle?

Nein. Es ist egal, ob der Fahrer des Löschfahrzeugs einen Unfall verursacht hat oder nicht. Er bekäme immer eine Teilschuld, wenn er bei seiner Fahrt zu einem Einsatz nicht das Martinshorn zuschaltet. Wir Feuerwehrleute machen das nicht aus Spaß, um die Bevölkerung aus dem Schlaf zu reißen, sondern um sicher und wohlbehalten den Einsatzort zu erreichen. Nur so können wir schnell und effektiv helfen.

Frage: Das steht außer Frage.

Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass die Feuerwehrleute bei einem nächtlichen Einsatz meistens fünf Minuten vor der Alarmierung selbst noch geschlafen haben. Es muss auch bedacht werden, dass bei einer Alarmierung die Familienangehörigen ebenso geweckt werden. Diese können nun meist selbst vor lauter Aufregung kein Auge mehr zumachen, bis der Ehemann oder die Ehefrau, der Papa oder die Mama wieder sicher vom Einsatz nach Hause gekommen sind. Und auch wir Feuerwehrleute müssen meistens am Morgen wieder zur Arbeit. Deshalb hoffen wir auf Verständnis in der Bevölkerung, wenn wir das nächste Mal wieder nachts mit Tatütata durch Weil am Rhein fahren.

In der Jugendwehr lernt man auch mit Stress umgehen

Donnerstag, 09 August 2018 16:47

Gemeinschaftsschüler haben den Weiler Feuerwehrkommandanten Frank Sommerhalter mit Fragen gelöchert.

WEIL AM RHEIN (BZ). Für die Feuerwehr Weil am Rhein ist die Gewinnung von Nachwuchs ein zentrales Anliegen. Deshalb war Kommandant Frank Sommerhalter vor kurzem gern bereit, die Fragen von Schülern der Gemeinschaftsschule zu beantworten. Lehrerin Michaela Burkard hatte die Feuerwehr zu einem Thema der Projekttage gemacht. Wir veröffentlichen hier einen Ausschnitt aus den Schülerfragen und Sommerhalters Antworten dazu.

Schüler: Was heißt denn "Jugendfeuerwehr"? Wer kann da mitmachen?
Frank Sommerhalter: Mädchen und Jungen von 10 bis 17 Jahren, danach können sie dann in eine Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr übertreten.
Schüler: Müssen das besonders kräftige, richtig sportliche Jugendliche sein?
Sommerhalter: Am Anfang war Muskelkraft gefragt, als die freiwilligen Feuerwehren gegründet wurden. Das ist jetzt etwa 150 Jahre her. Heutzutage sind vor allem gesellschaftliches Engagement gefragt und Teamgeist.
Schüler: Wann kann man dann "richtig" mitmachen?
Sommerhalter: "Ehrenamtlicher Freiwilliger" kann werden, wer mindestens 17 Jahre alt ist und nicht älter als 65. Ein ärztliches Attest muss bezeugen, dass man körperlich und geistig fit ist. Dann heißt es, Disziplin zeigen. Man ist verpflichtet, an Übungen, Lehrgängen und Einsätzen teilzunehmen. Die Ausbildung erfolgt zuerst im Landkreis, später dann auf der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal.

Schüler: Ist der Feuerwehrdienst nicht gefährlich?
Sommerhalter: Wenn die Feuerwehr gebraucht wird, ist immer irgendetwas passiert, dass bedeutet, irgendwas weicht somit auch vom Normalzustand ab. Bei solchen Ereignissen lassen sich Gefahren nicht immer ausschließen. Aber genau, damit wir diese Gefahren erkennen und beheben können, sind wir so gut ausgebildet und so gut ausgestattet. Ein Restrisiko bleibt immer bestehen.

Schüler: Ist die Jugendfeuerwehr eine Art Sportverein?

Sommerhalter: Die Jugendfeuerwehr ist Teil der Freiwilligen Feuerwehr der jeweiligen Gemeinde. Trotzdem hat sie eine eigene Struktur und Organisationsform und Disziplin. Alle deutschen Jugendfeuerwehren sind in der Regel über ihre Stadt- beziehungsweise Kreisjugendfeuerwehren sowie Landesjugendfeuerwehren in der Deutschen Jugendfeuerwehr, eines Bereichs innerhalb des Deutschen Feuerwehrverbandes, organisiert. Mit Stand 2015 gab es übrigens in Deutschland in den Jugendfeuerwehren insgesamt rund 245 000 Jugendliche.
Schüler: Warum will denn die Feuerwehr eine Jugendfeuerwehr?
Sommerhalter: Die Jugendarbeit innerhalb der Feuerwehr soll den Nachwuchs in der Feuerwehr fördern. Die Jugendfeuerwehrarbeit hat das Ziel, Kinder und Jugendliche für den Einsatz in der Feuerwehr vorzubereiten. Sie dürfen jedoch bis zu einem bestimmten Alter nicht in dem Gefahrenbereich von Feuerwehreinsätzen eingesetzt werden. Zudem nimmt die Jugendfeuerwehr wichtige Aufgaben im Bereich der allgemeinen Jugendarbeit wahr, wo sie durch verschiedenste Freizeitmaßnahmen bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen mitwirkt. Der Jugendfeuerwehrwart oder die Jugendwartin ist die Schnittstelle zwischen der Führung der Freiwilligen Feuerwehr und der Jugendfeuerwehr. Er oder sie leitet auch die Ausbildung.

Schüler: Etwas frech gefragt: Hat man außer helfen sonst noch was davon, wenn man zur Jugendfeuerwehr geht?
Sommerhalter: Man lernt in der Jugendfeuerwehr neben den Grundlagen des Feuerwehrhandwerks einiges. Man lernt im Team zu arbeiten, man beschäftigt sich mit Erster Hilfe, man lernt, Verantwortung zu übernehmen und mit Stress umzugehen. Außerdem versuchen wir, den Jugendlichen grundlegende Werte, die in der heutigen Welt leider häufiger verloren gehen, wie Wertschätzung, Loyalität, Respekt und Ehrlichkeit mitzugeben.

Schüler: Was erwartet mich, wenn ich in die Jugendfeuerwehr Weil am Rhein komme?
Sommerhalter: Unsere Jugendfeuerwehr trifft sich wöchentlich zur Ausbildung am Mittwoch um 19 Uhr. Da geht es um das Erlernen von Grundtätigkeiten im Feuerwehrdienst sowie die Übung von Geschicklichkeit, Beweglichkeit und Allgemeinwissen. Auch gemeinsame Unternehmungen außerhalb des Feuerwehrrahmens stehen in vielen Jugendfeuerwehren auf dem Programm. So gibt es zum Beispiel Zeltlager, Kinobesuche oder sportliche Tätigkeiten wie Fußball. Besonders wichtig ist, dass die Jugendfeuerwehren bereits frühzeitig den intensiven Kontakt zu ihren "großen" Partnern der Einsatzabteilung bekommen. In gemeinsamen Übungen mit diesen wird den Jugendlichen deutlich, dass auch sie schon dazugehören und ein wichtiger Teil der Feuerwehr sind.

Neue Drehleiter an die Freiwillige Feuerwehr offiziell übergeben

Montag, 16 April 2018 12:36

Technische Möglichkeiten, praktische Handhabungen und die wirtschaftliche Seite mussten vor der Anschaffung der neuen Drehleiter abgewägt werden. Am Freitagabend konnte Oberbürgermeister Wolfgang Dietz das neue Großgerät an die Feuerwehr mit ihrem Kommandanten Klaus Gempp an der Spitze nun offiziell übergeben. Das Stadtoberhaupt sprach von einem „beeindruckend leistungsfähigen Fahrzeug“, das die bisherige Drehleiter ersetzt, die schon 28 Jahre alt war. Zu den Verbesserungen des Fahrzeugs zählen ein vollautomatisches Getriebe, ein deutlich größerer Rettungskorb, in dem statt drei nun fünf Personen aufgenommen werden können, und auch die Möglichkeit, Personen über 250 Kilo liegend zu retten oder Personen im Rollstuhl zu retten. Außerdem kann der Wagen dichter an ein Gebäude heranfahren. Rund 655 000 Euro zahlte die Stadt für die Anschaffung. Dass es keinen Zuschuss des Landes gab, da die Priorität im Kreis bei einer Drehleiter für den Standort Efringen-Kirchen gesehen wurde, quittierte Dietz später am Abend bei der Versammlung mit dem Kommentar, dass nicht der Löwe als baden-württembergisches Wappentier auf dem Wagen prangen dürfte. „Da gehört ein Wappen der Stadt Weil am Rhein drauf“, verwies er auf die 100-Prozent-Finanzierung. Dafür erntete er großen Applaus. mcf/Foto: Joachim Pinkawa

"Erfolg hat drei Buchstaben – T U N"

Montag, 16 April 2018 12:35

Stadtbrandmeister Klaus Gempp wird vielfältige Anerkennung zuteil / OB Dietz lobt "absolut vertrauensvolle Zusammenarbeit".

WEIL AM RHEIN. Obwohl er auf der Tagesordnung gar nicht auftauchte, stand am Freitagabend bei der Hauptversammlung der Weiler Feuerwehr der Abschied von Stadtbrandmeister Klaus Gempp im Mittelpunkt. Nach 20 ehrenamtlich geleisteten Jahren an der Spitze der Weiler Wehr zieht sich Gempp zurück und macht den Weg frei für eine hauptberufliche Führung.

Und als ob es an diesem Abend noch eines Belegs dafür bedurft hätte, dass Gempp mit seinem Team in den 20 Jahren eine äußerst schlagkräftige und hervorragend funktionierende Truppe geformt hat, gab es wenige Minuten vor Sitzungsbeginn einen Alarm, zu dem drei der vier Abteilungen umgehend ausrückten.

Vielleicht hätte er die letzte Generalversammlung unter seiner Führung doch nicht auf einen Freitag, den 13. einberufen sollen, sagte Gempp am späten Abend im Scherz. Da war die Tagesordnung dann endlich abgearbeitet, nachdem ein Gefahrgutalarm im Umschlagbahnhof den Großteil der Aktivmannschaft für eine gute Stunde in Beschlag genommen, sich dann aber als ungefährlich erwiesen hatte, weil lediglich Wasser von einem Waggon tropfte. Aber im Lauf des Abends piepsten die Melder der Feuerwehrleute noch zweimal – einmal, weil die Wehren im Vorderen Kandertal zu einer geheimen Übung alarmierten, ein weiteres Mal, weil eine Ölspur zu beseitigen war. Doch am Ende ist all das Alltag für die Feuerwehrleute – und der macht eben auch vor einer Generalversammlung nicht Halt.

Gempp beschränkte sich bei seinem Tätigkeitsbericht darauf, die Personalentwicklung der Wehr noch einmal zu skizzieren, verwies auf die enormen Anstrengungen, die man in der Öffentlichkeitsarbeit neuerdings auf allen möglichen Kanälen unternimmt und die offenbar Wirkung zeigt: Die Zahl der aktiven Mitglieder ist im vergangenen Jahr von 156 auf 163 gestiegen. Erfreulich steht auch die Jugendwehr, geleitet von Jan Schützenmeister, mit 31 Mitgliedern da. Etwas Unterstützung könnte der Spielmannszug mit derzeit 19 Angehörigen gebrauchen. Größte Abteilung ist aber noch vor den Aktiven der Abteilung Stadt mit 81 Mitgliedern die Altersmannschaft mit 82 Ex-Feuerwehrleuten unter der Leitung von Gerhard Riesterer. Die Abteilungen Haltingen, Ötlingen und Märkt bringen es auf 40, 24 und 18 Aktive.

 


Gempps Lob und Dank galt bei dieser Gelegenheit seinem designierten Nachfolger Frank Sommerhalter, der als Leiter der Feuerwache und der Feuerwehrabteilung in der städtischen Verwaltung ihm seit 2015 bereits viel Arbeit abnimmt, sowie seinen beiden Stellvertretern Markus Utke und Uli Weber. Den Rest des Tätigkeitsberichtes überließ er diesen Dreien (wir berichten noch).

Sommerhalter sowie OB Dietz und Kreisbrandmeister Christoph Glaisner zollten im Verlauf des Abends dann dem scheidenden Kommandanten ihre Anerkennung, obschon dessen offizielle Verabschiedung erst am 5. Mai ansteht. Sommerhalter zeigte sich beeindruckt von der Art und Weise und dem Geschick, wie Gempp den Übergang in der Feuerwehrführung vorbereitet habe. Respekt nötige ihm ab, dass er bis zuletzt nicht amtsmüde sei. Zudem hoffe er, dass ihm Gempp noch lange als Berater zur Verfügung steht.

OB Wolfgang Dietz hob die "absolut vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Feuerwehrkommando" hervor. Seiner Verabschiedung sehe er mit Wehmut entgegen, weil "eine konstante und verlässliche Persönlichkeit" ausscheide. Als großer Vorteile habe sich im Übrigen zu Beginn der 2000er-Jahre, als die Stadt sparen musste, der Umstand erwiesen, dass Gempp vor seiner Zeit als Kommandant auch Gemeinderat gewesen sei: "Es ist immer gut, wenn man auch einmal in anderen Schuhen gegangen ist." Das habe viele Diskussionen erleichtert.

Kreisbrandmeister Christoph Glaisner schließlich fasste Gempps Arbeit in dem Satz zusammen: "Erfolg hat drei Buchstaben – T U N". Dem sei er stets treu geblieben, schon als Kommandant in Altweil ab 1992, als Stellvertreter von Stadtbrandmeister Albert Fuchs ab 1993 sowie selbst als Gesamtkommandant ab 1998. Er könne nur Dank sagen für eine konstruktive Kooperation, bei der Gempp stets sachlich unterwegs gewesen sei, nie persönliche Animositäten habe erkennen lassen und nur ein Ziel gehabt habe, die Feuerwehr in Weil und auch im Landkreis voranzubringen.

Geehrt wurden am Freitagabend dann noch für 20 Jahre aktiven Dienst Dr. Hans-Peter Volkmer, Markus Utke und Thorsten Stücklin, für 25 Jahre Mario Brutsche, Andreas Rebell und Michael Rosentreter, für 30 Jahre Axel Schiffmann, Christoph Sturm und Mario Linder und für 40 Jahre Uwe Sachs, Andreas Jänsch, Roland Schmidt und Klaus Gempp. Eine besondere Auszeichnung gab es außerdem noch für Ralf Müller aus Trebbin, der seit 1990 die Treffen mit den Haltinger Feuerwehrkameraden organisiert, sowie zuletzt für den früheren Kreisbrandmeister Kurt Weiß, der der Weiler Wehr seit sage und schreibe 70 Jahren angehört.

Wie feuerwehrfreundliche Betriebe ausgezeichnet werden

Samstag, 16 Dezember 2017 22:38

Für Feuerwehren wird es immer schwerer, Betriebe zu finden, die Wehrleute für den Dienst freistellen. In Weil am Rhein hat man darauf mit verschiedenen Ideen reagiert.

Mehr als 300 Einsätze hat die Abteilung Stadt der Freiwilligen Feuerwehr im vergangenen Jahr bewältigt, annähernd so viele werden es auch dieses Jahr. Das bedeutet für jeden der in zwei Zügen organisierten Feuerwehrleute, dass er jährlich gut 150-mal zum Einsatz gerufen wird.


Und die sind nicht immer nur nachts oder am Feierabend, sondern oft genug während der Arbeitszeit. Da braucht es verständnisvolle Arbeitgeber, wenn es nicht zu Konflikten kommen soll.

Der Leiter der Weiler Feuerwache Frank Sommerhalter weiß davon ein Lied zu singen. Etliche Kameraden erhalten von ihrem Arbeitgeber keine Freigabe. Gerade in kleinen Betrieben mit wenigen Mitarbeitern macht sich das Fehlen eines Einzelnen gleich recht stark bemerkbar. "Da muss man auch Verständnis dafür haben", sagt Sommerhalter, der keine genauen Zahlen nennen kann.
 

Bislang gibt es noch genug Leute


Allerdings: Die Tendenz ist steigend. "Bislang haben wir immer noch genügend Leute für die Einsätze zur Verfügung. Wenn die Entwicklung so weitergeht wie in den letzten Jahren, könnte das in Zukunft aber zu einem Problem werden", räumt er ein.

Die Stadt als Träger der Feuerwehr hat darauf bereits reagiert. Seit dem Bezug der neuen Feuerwache wird bei Neueinstellungen im städtischen Betriebshof darauf geachtet, dass die Neuen auch Feuerwehrleute sind, damit sie im Ernstfall mit ausrücken können. Deshalb beschäftigt inzwischen auch kein Arbeitgeber in Weil am Rhein mehr Feuerwehrleute als die Stadtverwaltung. In ihren Diensten stehen vier festangestellte Feuerwehrleute und zwölf ehrenamtliche.
 

Lobenswerte Bereitschaft


Aber auch viele andere Arbeitgeber sind der Feuerwehr wohlgesonnen. Gerade mittlere und größere Firmen zeigten eine lobenswerte Bereitschaft, ihren Beschäftigten den Dienst an der Allgemeinheit zu ermöglichen, sagt Sommerhalter, und erlaubten regelmäßig die Teilnahme an Einsätzen und Lehrgängen.

Vereinzelt werde für diese Zeiten kein Lohn gezahlt. Die Feuerwehrleute erhalten dann von der Stadt eine Entschädigung von 8 Euro die Stunde und 9 Euro pro Einsatz. Damit sind die tatsächlichen Löhne oder Gehälter der Feuerwehrleute aber nicht angemessen entschädigt. Eine Erhöhung befindet sich aber in Vorbereitung.

 


Ohnehin ist es aber so, dass die meisten Arbeitgeber den Lohn fortzahlen und "fast keiner eine Erstattung verlangt", sagt Sommerhalter. Das heißt: Die Betreffenden fehlen nicht nur am Arbeitsplatz, sondern sie werden auch noch während des Einsatzes vom Arbeitgeber bezahlt. Allerdings gebe es in vielen Betrieben Vereinbarungen, dass die ausgefallene Arbeitsleistung nachgeholt wird. Lohnausgleichszahlungen würden deshalb meist nur bei ganztägigen Lehrgängen oder Einsätzen verlangt.
 

Acito ist besonders engagiert


Einer der großen Arbeitgeber, der mehrere Feuerwehrleute beschäftigt, ist die Firma Raymond. Alleine fünf ihrer Mitarbeiter gehören der Weiler Feuerwehr an, mehr als 15 weitere umliegenden Feuerwehren. Auch Endress+Hauser ist ein wichtiger Partner der Weiler Wehr. Neben einem Weiler Feuerwehrmann arbeiten dort zwei aus Kandern und Bad Säckingen, die während der Arbeitszeit mit den Weiler Kameraden ausrücken.

Besondere Beachtung verdiene auch das Weiler Speditionsunternehmen Acito, sagt Frank Sommerhalter. In dem Betrieb mit 50 Mitarbeitern arbeiten drei Feuerwehrleute, die besonders häufig in Anspruch genommen sind: Stefan Schepperle ist stellvertretender Kommandant der Lörracher Wehr, Markus Utke bekleidet dieselbe Funktion in Weil am Rhein und Martin Zimmermann ist stellvertretender Kommandant der Weiler Abteilung Stadt.
 

Unternehmen profitiert auch von Ersthelfern


Der Deutsche Feuerwehrverband hat diesen Umstand nun zum Anlass genommen, um dem Logistiker Acito das Förderschild "Partner der Feuerwehr" zu überreichen. Pro Jahr wird er im Landkreis Lörrach nur zweimal vergeben, um die Wertigkeit hochzuhalten.

Am Donnerstag konnten sich Dietmar Kutta und Ralf Albrecht, Geschäftsführer von Acito, über die Auszeichnung freuen, die ihnen Günter Lenke, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, übergab. Kutta machte dabei deutlich, dass "die spontanen Einsätze unserer Feuerwehrleute für den Betrieb immer wieder eine Herausforderung" seien.

Allerdings profitiere Acito auch von den drei ausgebildeten Ersthelfern, die sich zudem mit Gefahrgütern gut auskennen, was in einer Spedition von großem Nutzen sein kann. Jeder könne in die Situation kommen, auf den Dienst der Feuerwehr angewiesen zu sein. Deshalb sei es für ihn selbstverständlich, seinen Mitarbeitern den Feuerwehrdienst zu erlauben.

Märkter Kameraden hoch motiviert

Donnerstag, 26 Januar 2017 23:25

Uli Weber bleibt an der Spitze der Abteilung, die 2016 die stolze Zahl von 118 Terminen absolvierte / Vorfreude auf neues Gerätehaus.

WEIL AM RHEIN-MÄRKT. Bei der Hauptversammlung der Feuerwehrabteilung Märkt wurde Uli Weber für fünf weitere Jahre Abteilungskommandant bestätigt. Ihm zur Seite stehen seine beiden Stellvertreter Thomas Pradler und neu Michael Huber, der in die Führungsaufgabe hinein wachsen und das Team, das den Neubau des Gerätehauses begleitet, verstärken soll.

Das neue Rettungsboot, das im September in Rostock abgeholt wurde, soll im April offiziell vom Landratsamt eingeweiht werden.

In seinem Jahresbericht ließ der Abteilungskommandant das Jahr 2016 Revue passieren. Bei 118 Terminen wurden insgesamt 2136 ehrenamtliche Stunden (Vorjahr 1624 Stunden) geleistet. Von den 39 Einsätzen teilen sich auf in 14 Hilfeleistungen auf dem Rhein, einen Brandeinsatz, fünf technische Hilfeleistungen, vier Alarmauslösungen durch Brandmeldeanlagen, eine Tierrettung, vier Einsätze der Führungsgruppe und zehn sonstige Einsätze. Ganz wichtig war es für den Abteilungskommandanten, dass alle Kameraden immer unfallfrei ins Gerätehaus zurückgekehrt sind. Weber dankte den Kameraden für die durchschnittlich 77-prozentige Beteiligung an den 24 Übungen sowie den 20 Bootsübungen.

Ohne Fehlzeiten war Uli Weber, je einmal fehlten Thomas Pradler und Waldemar Reider. Auch Fort- und Weiterbildungen wurden wahrgenommen, außerdem standen Ausschusssitzungen, Gruppenführersitzungen, Grund-, Funk- und Maschinistenausbildungen sowie je ein Truppführerlehrgang und eine Fortbildungsmaßnahme in Messtechnik auf dem Programm. Dazu kam eine Vielzahl gesellschaftlicher Aktivitäten vom Fasnachtsfeuer, Maibaumstellen und der Brückeneinweihung bis zum Ankerhock.

Kassierer Daniel Maier berichtete in seinem 15. und letzten Bericht über die finanzielle Situation. Die beiden Kassenprüfer Horst Bleckwehl und Raphael Rinkes bescheinigten ihm eine einwandfreie Kassenführung. Der dienstälteste Feuerwehrkamerad Karl Pradler hielt die Laudatio auf den ausscheidenden Kassierer und überreichte ihm ein Geschenk.

Stadtbrandmeister Klaus Gempp, der mit seinem Stellvertreter Hubert Strohmeier und mit Ellen Nonnenmacher von der Stadtverwaltung an der Versammlung teilnahm, sprach im Namen der Gesamtwehr seinen Dank für das Engagement der Abteilung Märkt aus. Gempp hoffe, dass die Planungen für das neue Gerätehaus bis Ende dieses Jahres abgeschlossen seien. In diesem Zusammenhang dankte er der Stadt für ihre Unterstützung. Für Strohmeier, der sein Amt abgeben wird, war es der letzte Besuch in dieser Funktion in Märkt.

Beeindruckt von der Arbeit und dem Einsatz für die Sicherheit der Bürger zeigte sich Ortsvorsteher Stefan Hofmann, der sich im Namen der Bürger und des Ortschaftsrats für den ehrenamtlichen Dienst an der Allgemeinheit bedankte. Einen hohen Stellenwert habe auch Feuerwehrseelsorger Uwe Degenhardt, der den Kameraden bei belastenden Einsätzen beistehe.

Wahlen: Abteilungskommandant Uli Weber, 1. Stellvertreter Thomas Pradler; (beide wie bisher), 2. Stellvertreter Michael Huber, Kassierer Patrick Kurz für Daniel Maier, Mannschaftsvertreter Rolf Rung (wie bisher).

Termine: Hauptversammlung Freiwillige Feuerwehr Weil am Rhein am 7. April im katholischen Gemeindehaus; Ankerhock am 28. Juli

Kontakt

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Basler Straße 41
79576 Weil am Rhein
tel. ++49 7621 73333
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