Weil am Rhein (sif). Eine Ära bei der Weiler Feuerwehr geht zu Ende: Hubert Strohmeier wird sich nach 42 Jahren aufopferungsvollem Feuerwehrdienst zurückziehen. Jahrzehntelang war in verantwortungsvoller Position als Friedlinger Abteilungskommandant, als stellvertretender Stadtbrandmeister und nach der Umstrukturierung 2010 als Kommandant der Stadtabteilung äußerst engagiert tätig.

Am Freitag bei der Hauptversammlung der Stadtabteilung wird sein Nachfolger gewählt. Hubert Strohmeier (58) bleibt noch bis Ende März im Amt, arbeitet seinen Nachfolger ein und wird dann im April bei der Hauptversammlung der Gesamtwehr verabschiedet. Er ist ein Feuerwehrmann mit Leib und Seele. Mit ihm sprach Siegfried Feuchter.

Ja, das war mir mehr oder weniger in die Wiege gelegt worden, denn schon mein Opa und mein Vater waren sehr aktive Feuerwehrmänner. Diese Leidenschaft wurde offensichtlich vererbt.

 

Es ist der Punkt gekommen, an dem ich mir gesagt habe: jetzt reicht’s, jetzt sollen mal jüngere Leute ran. Deshalb habe ich mich entschlossen, mich aus dem aktiven Feuerwehrdienst zurückzuziehen. Der Feuerwehr werde ich natürlich trotzdem verbunden bleiben und in die Altersmannschaft wechseln.

 

Im Moment noch nicht. Ich freue mich, dass ich jetzt runterfahren und mehr private Freizeit genießen kann. Denn die Freizeit war in all den Jahren schon stark eingeschränkt.

 

Bereut habe ich es noch nie, denn es hat mir immer Spaß gemacht. Anderen Menschen helfen zu können war stets meine Motivation. Außerdem habe ich immer die Kameradschaft innerhalb der Feuerwehr geschätzt. Nach meinem Ausscheiden wird sich meine Freizeitgestaltung ändern. Denn in den zurückliegenden vier Jahrzehnten war ich an drei bis sieben Tagen in der Woche mit der Feuerwehr befasst. Und die Einsätze kann man sich auch nicht aussuchen – zur Tages- und zur Nachtzeit nicht.

 

Oh je, das weiß ich nicht. Ich habe nie Buch geführt und Stunden gezählt und weiß nur: es waren sehr, sehr viele.

 

Der Vitra-Großbrand Anfang der 80er Jahre war einer der größten Einsätze. Und gefährlich sind immer die Gefahrguteinsätze auf dem Bahngelände. Und gut erinnere ich mich auch noch an den grässlichen Unfall mit zwei Toten am Stauende auf der Autobahn.

 

Das ist eine psychisch starke Belastung, auf die jeder unterschiedlich reagiert. In solchen Fällen holen wir immer unseren Feuerwehrseelsorger zur Betreuung. Hinterher sitzen wir zusammen und arbeiten das Geschehen auf.

 

Die Jubiläen zum 125- und 150-jährigen Bestehen. Unvergesslich sind die großen Festumzüge. Und der Umzug in die neue Feuerwache 2010 war ein Quantensprung, denn dadurch hat sich die Situation für unsere Feuerwehr enorm verbessert.

 

Es sind in den zurückliegenden Jahren viel mehr technische Hilfeleistungen hinzugekommen wie Unfallrettung, viele Türöffnungen, wenn der Rettungsdienst bei älteren Leuten nicht in die Wohnung kommt, Beseitigung von Ölspuren und vieles mehr. Die Anzahl der Einsätze hat stark zugenommen. Auch werden wir, seit die Rauchmelderpflicht besteht, mit viel mehr Fehlalarmen und Einsätzen wie „Essen auf Herd“ konfrontiert. Wenn eine Brandmeldeanlage auslöst, rücken wir immer mit einem Löschzug, zwei Fahrzeugen und dem Drehleiterfahrzeug aus.

 

Ja, Bahngelände, Rhein, Autobahn und Bundesstraßen sind immer wieder Herausforderungen. Von den 325 Einsätzen der Gesamtwehr im vergangenen Jahr war die Stadtabteilung an 266 beteiligt, zumal bei uns auch die Sonderfahrzeuge angesiedelt sind. Apropos Ausrüstung: Wir sind der Stadt dankbar, dass Sie uns so gut unterstützt. Und OB Dietz hat immer ein offenes Ohr für die Belange der Feuerwehr.

 

Die funktioniert problemlos. Bei Gefahrgutunfällen beispielsweise unterstützen uns – je nach Gefahrgut – die Berufsfeuerwehr Basel, die Industrie-Feuerwehr Regio Basel (IFBR) oder die Feuerwehren von Novartis und Roche.

 

Die Stadtabteilung hat derzeit 82 Aktive, die Jugendfeuerwehr rund 30 Mitglieder. Nachwuchsarbeit ist wichtig, um neue freiwillige Feuerwehrleute rekrutieren zu können. Viele Aktive und die meisten Führungskräfte kamen von der Jugendfeuerwehr.

Wollten Sie schon als kleiner Junge Feuerwehrmann werden?

Tag und Nacht mussten Sie einsatzbereit sein und haben auch unzählige Einsätze und Übungen absolviert. Das bedeutet Verzicht auf viel Freizeit. Sind Sie nach so vielen Jahren jetzt etwas müde geworden?

Fällt Ihnen nach solch einem aufreibenden Feuerwehrleben der Abschied schwer?

Ist Ihnen dieser Verzicht schwer gefallen? Haben Sie es schon einmal bereut, sich so stark dem Feuerwehrdienst verschrieben zu haben?

Wie viele Einsätze haben Sie in den mehr als vier Jahrzehnten absolviert?

Was war Ihr schwierigster und gefährlichster Einsatz?

Wie verkraften Feuerwehrleute schwierige Einsätze?

Was gehört zu den schönsten Erlebnissen?

Wie hat sich der Feuerwehrdienst in all den Jahren gewandelt?

Die Stadtabteilung, deren Kommandant Sie sind, ist durch die Grenzlage zudem besonders gefordert.

Wie steht es um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit?

Ist die Weiler Feuerwehr personell gut aufgestellt? Wie steht’s um den Nachwuchs?