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Großandrang in den Reben

geschrieben von Samstag, 27 Mai 2017 12:43

Bei warmem Frühlingswetter lockte das traditionelle Rettichfest der Haltinger Feuerwehr am gestrigen Himmelfahrtstag Hunderte hinauf in die Reben.

Weil am Rhein-Haltingen. Der Andrang war rekordverdächtig – zur Freude der Haltinger Feuerwehrleute und deren Abteilungskommandanten Jürgen Engler. Rund 50 Helfer verköstigten die Ausflügler nicht nur mit frisch geschnittenen Rettichen mit „Buurebrot un Ange“, sondern auch mit Grillwürsten und Getränken. Auch die beliebte Sekttheke gab es.

Der Andrang war so groß, dass sich nicht wenige Gäste im Gras am Hang oberhalb des eigentlichen Festplatzes niederlassen mussten. „Wenige Tage nach unserem schönen Orts-Jubiläumsfest haben wir wieder einen tollen Tag gehabt“, freute sich Engler über den rekordverdächtigen Andrang und die heitere Stimmung. An den Theken bildeten sich teilweise lange Warteschlangen mit entsprechenden Wartezeiten. „Wir arbeiten wirklich so schnell es geht, aber die Rettiche frisch zu schneiden braucht einfach Zeit“, erklärte Engler.

Feuerwehr erprobt neue Stoßtrupptaktik

geschrieben von Donnerstag, 11 Mai 2017 17:34

Bei Einsätzen in Hochhäusern oder Tiefgaragen gehen fünf statt nur zwei Mann gemeinsam vor.

WEIL AM RHEIN (BZ). Einsätze in Hochhäusern, großen Einkaufscentern, Tunneln oder Tiefgaragen stellen für die Feuerwehr immer eine besondere Herausforderung dar, weil die Wege zum Brandherd und umgekehrt die Rettungswege sehr lang sind. Die Feuerwehr Weil am Rhein hat auf diese Herausforderungen nun reagiert und eine neue Stoßtrupptaktik eingeführt.

Was ist Stoßtrupptaktik?
Während ein Einsatztrupp unter Atemschutz aus zwei, maximal drei Feuerwehrleuten besteht, gehören dem Stoßtrupp fünf Einsatzkräfte unter Leitung eines Gruppenführers an. Auf diese Weise sind die Einsatzkräfte schlagkräftiger, können Wärmebildkamera, Schläuche, Rettungsgeräte und anderes Material direkt mitführen und sind bei Brandbekämpfung oder Menschenrettung leistungsfähiger. Da zudem eine Führungskraft mit dabei ist, wird eine hohe Einsatzqualität, gerade auch hinsichtlich der Lagebeurteilung, erreicht. Dank sogenannter Langzeitpressluftatmern sind längere Einsätze möglich.

Wo wird geübt?
Am Samstag hat das Ausbilderteam unter Leitung von Martin Zimmermann die Vorgehensweise bei Bränden in Hochhäuser und Tiefgaragen geübt. Nach einer theoretischen Einweisung durch den Leiter der Feuerwache Frank Sommerhalter übten die Feuerwehrleute im Parkhaus von Endress+Hauser. Dort wurde ein Feuer im fünften Obergeschoss mit mehreren vermissten Personen angenommen. Der erste Stoßtrupp ging zur Menschenrettung und Brandbekämpfung über das Treppenhaus mit Ausrüstung in das fünfte Obergeschoss. Der zweite Stoßtrupp richtete im dritten Obergeschoss ein Depot ein, von wo benötigte Materialien an die Einsatzstelle gebracht werden konnten. Der erste Stoßtrupp installierte derweil in der fünften Etage einen mobilen Rauchvorhang in der geöffneten Brandschutztüre, um eine Rauchausbreitung in den Treppenraum zu verhindern. Das Löschwasser bezogen die Feuerwehrleute über Wandhydranten, die sich in Hochhäusern in jedem Geschoss bei den Türen zum Treppenhaus befinden. Schließlich kümmerten sich die Mitglieder des Stoßtrupps um die Menschenrettung. Die vermissten Personen konnten schnell gefunden und an den Rettungsdienst übergeben werden.

329 Einsätze, ein neuer Rekord

geschrieben von Montag, 10 April 2017 18:10

Weil am Rhein (sif). Gefordert wie noch nie waren die Feuerwehrleute im vergangenen Jahr. Zu 329 Einsätzen musste die Freiwillige Feuerwehr im zurückliegenden Jahr ausrücken. Das sind 61 Einsätze mehr als 2015 – ein neuer Rekord.

Zu der Hauptversammlung der Gesamtwehr im vollbesetzten katholischen Gemeindehaus konnte Kommandant Klaus Gempp unter anderem den Bundestagsabgeordneten Armin Schuster, Oberbürgermeister Wolfgang Dietz, Erster Bürgermeister Christoph Huber, etliche Stadt- und Kreisräte, Kreisbrandmeister Christoph Glaisner, den Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbands, Günter Lenke, Ehrenkommandant Albert Fuchs sowie Vertreter benachbarter Wehren aus dem In- und Ausland begrüßen.

 

Bilanz

Der scheidende stellvertretende Kommandant Hubert Strohmeier legte eine eindrückliche Bilanz vor. Der Großteil der 329 Einsätze, nämlich 142, waren technische Hilfeleistungen wie Unwetterschäden, Wassernot oder Türöffnungen. Bei 64 Bränden – vom Kleinbrand bis zum Wohnungsbrand –­ und 26 Verkehrsunfällen war die Hilfe der Feuerwehr ebenso gefragt wie bei 15 Gefahrgutunfällen, meistens im Umschlagbahnhof, sowie 13-mal bei der Rettung von Menschen aus dem Rhein. Brandmeldeanlagen hatten 53-mal ausgelöst.

Den Löwenanteil der Einsätze hat mit 268 die Abteilung Stadt bestritten, während auf Haltingen 100, Märkt 40 und Ötlingen zehn entfielen. „Um das alles leisten zu können, bedarf es einer guten Ausbildung aller Feuerwehrleute, die durch regelmäßige Übungen sowie Aus- und Fortbildungen sichergestellt wird“, betonte Strohmeier.

 

Personalstand

Als große Herausforderung bezeichnete der stellvertretende Kommandant den Feuerwehrdienst, da es nicht mehr einfach sei, Personal für die ehrenamtlichen Aufgaben zu finden. Es sei eine Daueraufgabe, immer wieder Leute anzusprechen, um sie für diesen Dienst zu gewinnen. Der Personalstand der einzelnen Abteilungen: Stadt 83 Mitglieder, Haltingen 29, Märkt 22 und Ötlingen 21. Ihren Nachwuchs rekrutiert die Feuerwehr laut Strohmeier in erster Linie aus der Jugendfeuerwehr mit derzeit 27 Jugendlichen. Hier leisten, wie auch Kommandant Klaus Gempp anerkannte, Jugendleiter Jan Schützenmeister und sein Stellvertreter Max Nordmann vorbildliche Arbeit.

Dem Spielmannszug unter Leitung von Michael Schiessel gehören 20 aktive Mitglieder, davon drei Auszubildende, sowie 67 passive Mitglieder an. Die Altersabteilung unter Leitung von Gerhard Riesterer besteht derzeit aus 82 Mitgliedern. Gempp bescheinigte Albert Fuchs, dem Kreisobmann der Altersmannschaften, mit der Ausrichtung des Landestreffens im Herbst vergangenen Jahres Maßstäbe gesetzt zu haben.

Der erste Schritt zur neuen Führung

geschrieben von Montag, 10 April 2017 18:09

Mit dem Abschied von Hubert Strohmeier hat bei der Feuerwehr die Neuorganisation der Kommandoebene begonnen.

 

WEIL AM RHEIN. Bei der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr wurde am Freitag der erste Schritt zur Neuorganisation der Führungsebene vollzogen. Der stellvertretende Kommandant Hubert Strohmeier schied aus, an seine Stelle rücken mit Markus Utke und Uli Weber zwei Kameraden, die seine Aufgaben künftig übernehmen. Im kommenden Jahr wird dann auch Gesamtkommandant Klaus Gempp seine Amtszeit beenden und durch einen hauptamtlichen Stadtbrandmeister ersetzt werden.

Mit einem Marsch eröffnete der Spielmannszug der Feuerwehr unter Leitung von Michael Schiessel die Hauptversammlung. Stadtkommandant Klaus Gempp begrüßte im vollbesetzten Gemeindehaus St. Peter und Paul auch den Dienstherrn der Wehr, OB Dietz, den Ersten Bürgermeister Huber, MdB Armin Schuster, den stellvertretenden Leiter des Weiler Polizeireviers Dietmar Goeritz und Günter Lenk, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes.

In seinem letzten Bericht als stellvertretender Kommandant blickte Hubert Strohmeier auf 329 Einsätze zurück. Das waren 61 mehr als 2015. Den größten Anteil daran hatten technische Hilfeleistungen, zu denen die Wehr 142-mal ausrücken musste. Der Monat Juni ragte besonders hervor. Der Löwenanteil von 268 Einsätzen entfiel auf die Abteilung Stadt, gefolgt von Haltingen mit 100, Märkt mit 40 und Ötlingen mit zehn Einsätzen.


Die Anschaffung eines neuen LF 20 belastete die Stadtkasse mit rund 400 000 Euro. Für neue Uniformen mussten zirka 45 000 Euro hingelegt werden. Neuanschaffungen und Verbrauchsmaterial schlugen mit etwa 70 000 Euro und Inventarunterhalt mit um die 30 000 Euro zu Buche. Die Einsatzabteilung zählt über alle Abteilungen 155 Mitglieder. Der benötigte Nachwuchs, so Strohmeier, könne größtenteils aus der eigenen Jugend rekrutiert werden.

Kommandant Klaus Gempp bezeichnete das vergangene Jahr als eine "riesengroße Herausforderung" für eine freiwillige Wehr. Seinen Dank richtete er an alle Kameradinnen und Kameraden und das Ausbilderteam um Martin Zimmermann. Um die sportliche Fitness der Truppe kümmern sich Pascal Kirn und Daniel Nordmann. Außerdem bietet Fitnesstrainerin Caro Schöll wöchentlich ein Training in der Altrheinhalle an.

Wesentlich sei die Gewinnung neuer Mitglieder, sagte Gempp. Daher gehe die Feuerwehr mit Projekttagen in Schulen und Kindergärten. Auch der im Februar kreisweit veranstaltete Aktionstag diente diesem Ziel. Mit Dawda Ceesay aus Gambia und Ahmad Alhamdam aus Syrien wurden zwei Flüchtlinge in die Reihen der Wehr aufgenommen.

Neben einer guten Ausbildung sei eine gute Ausrüstung unabdingbar, stellte Gempp fest und dankte in diesem Zusammenhang der Stadt für verständnisvolle und kooperative Unterstützung. So werde man wohl im nächsten Jahr mit dem Bau eines neuen Gerätehauses in Märkt beginnen können. Für rund 660 000 Euro wird eine neue Drehleiter beschafft. Der erste Kassenbericht von Andreas Müller brachte keine Überraschungen. Das Jahr 2016 schloss mit einem leichten Minus ab. OB Dietz ging in seinem Grußwort auf den vom Land versagten Zuschuss für die neue Drehleiter ein. Diese Entscheidung zu verstehen, habe ihm Mühe bereitet, sagte er. Stadtverwaltung und Gemeinderat hätten mit ihrer Entscheidung, die Kosten allein zu tragen, ein deutliches Signal gesetzt. Ein besonderes Anliegen war es ihm, Hubert Strohmeier und Uwe Sachs, die zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden (siehe weiteren Bericht auf Seite 27) seine Anerkennung auszusprechen. "Ich bin stolz auf die Wehr. Sie ist toll", schloss Dietz, bevor er in seinen Urlaub entschwand.

Kreisbrandmeister Christoph Glaisner fand ebenfalls lobende Worte für die Weiler Kameraden. Sie seien ein Beispiel dafür, was heute alles im Ehrenamt geleistet werde. Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Günter Lenk bekundete seinen Respekt vor der Vielzahl an Einsätzen mit knapp 160 Aktiven. Gemeinsam hoffe man auf eine Anhebung der Entschädigung für Aktive. Im Bund werde derzeit über eine Anrechnung bei der Rente für Feuerwehrleute diskutiert. Er hoffe auf ein berechtigterweise positives Ergebnis.

Wahlen: erster stellvertretender Kommandanten Markus Utke; zweiter stellvertretender Kommandant Uli Weber; Kassenprüfer Kai Weber; neu im Feuerwehrausschuss Dieter Meyer (Haltingen) und Rolf Rung (Märkt).

Personal: 155 Aktive in der Einsatzabteilung, 82 in der Altersabteilung und 27 bei der Jugendfeuerwehr

Termine: 6. Mai Ausbildungstag; 25. Mai Rettichfest; 24./25. Juni 150 Jahre Feuerwehr Ötlingen; 15./16. Juli Brückenfest; 15./16. Juli 1250 Jahre Haltingen; 24. September Herbsthock Ötlingen; 21. Oktober Ausbildungstag; 1. bis 3. Dezember Weihnachtsmarkt

Ein Vorratsfahrzeug soll es werden

geschrieben von Mittwoch, 22 März 2017 23:06

Weil für die Beschaffung einer neuen Drehleiter für die Freiwillige Feuerwehr Weil am Rhein nicht mit Zuschüssen gerechnet werden kann, soll statt eines Neufahrzeugs ein so genanntes Vorratsfahrzeug angeschafft werden.

Weil am Rhein. Der Kultur-, Sport- und Verwaltungsausschuss hat in seiner Sitzung am Dienstagabend zugestimmt. Das letzte Wort hat kommende Woche der Gemeinderat.

Bereits vor etwa zwei Jahren erhielt die Verwaltung den Auftrag für die Vorbereitungen der Beschaffung einer vollautomatischen Drehleiter mit Korb, erinnerte Rechts- und Ordnungsamtsleiterin Ellen Nonnenmacher in der Sitzung. Ein Zuwendungsantrag ist 2016 jedoch abgelehnt worden, auch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung (um dennoch mit der Ausschreibung beginnen zu können) wurde nicht erteilt. Für 2017 konnte ebenfalls kein Zuschuss in Aussicht gestellt werden.

Die Verwaltung hat sich also um kostengünstigere Alternativen für die Ersatzbeschaffung bemüht – in Frage kamen zunächst ein Vorführ- oder ein Vorratsfahrzeug. Letztere werden laut Vorlage in auftragsfreien Zeiten mit einer Mindestausstattung produziert und der Innenausbau erfolgt nach Absprache mit dem Kunden. Vorführfahrzeuge werden etwa ein halbes Jahr als Werbefahrzeuge genutzt und haben beim Kauf zirka 20 000 Kilometer auf dem Tacho. Sie sind meist voll ausgestattet, ein nachträglicher Umbau ist nur begrenzt möglich.

Bei der Firma, die diese Optionen anbietet, kostet ein Neufahrzeug rund 715 000 Euro, ein Vorführfahrzeug etwa 650 000 Euro und ein Vorratsfahrzeug zirka 660 000 Euro. Zu letzterem tendiert die Verwaltung. So könne der Ausbau an den Bedarf der Freiwilligen Feuerwehr Weil am Rhein angepasst werden, außerdem könnte auf Ausstattung verzichtet werden, die im Vorführfahrzeug enthalten wäre. Nach Auftragserteilung sei mit einer Frist von sechs bis acht Wochen zu rechnen – beim Vorführwagen wären es sieben bis acht Monate.

„Die Drehleiter aus dem Jahr 1990 ist nicht besser geworden und es ist mit ansteigenden Reparaturkosten zu rechnen“, sagte Nonnenmacher. Es gebe keine Garantie mehr, dass die Leiter im Ernstfall zur Verfügung steht. Denn wenn keine Eigenreparatur möglich ist, müsse das Fahrzeug nach Karlsruhe überführt werden. Dann helfe die Lörracher Wehr aus.

Auch Andreas Rühle (UFW) sah die Dringlichkeit: „Die Sicherheit muss es uns wert sein, die Mittel freizugeben“, sagte er. Es sei zwar toll, dass die Feuerwehr Lörrach im Notfall aushelfe. „Aber jeder weiß, dass der Weg auch Zeit beansprucht und das ist hinderlich.“

„Die Feuerwehren sind verpflichtet, sich gegenseitig zu unterstützen“, stellte Oberbürgermeister Wolfgang Dietz klar. Aber auch er sei sehr froh, dass das klappe.

Beladungsverteilung wird gemeinsam festgelegt

„Wir befürworten das", äußerte sich auch Claus Weibe­zahl (CDU). „Ohne Fahrzeug kann ja auch keine Überlandhilfe geleistet werden“, erklärte er. Wolfgang Roth-Greiner (FDP) war ebenfalls der Meinung, keine Zeit verlieren zu dürfen. Wie Monika Sulzberger (SPD) erkundigte er sich nach zusätzlichen Kosten für den Ausbau des Vorratsfahrzeugs. „Es gibt keine“, konnte Nonnenmacher beruhigen. Man hoffe eher, dass der Preis sogar günstiger werde. Beim Ausbau gehe es nicht um die Ausstattung, sondern um die Beladungsverteilung. „Es wird gemeinsam festgelegt, was sich wo auf diesem Fahrzeug befindet“, ergänzte Dietz.

Flüchtlinge engagieren sich bei Feuerwehr

geschrieben von Freitag, 03 März 2017 12:58

Seit einigen Monaten engagieren sich Dawdad Cessay und Ahmad Alhamdan bei der Freiwilligen Feuerwehr, Abteilung Haltingen. Das ist für alle Seiten eine Bereicherung.

 

WEIL AM RHEIN-HALTINGEN. Seit einigen Monaten engagieren sich Dawdad Cessay und Ahmad Alhamdan bei der Freiwilligen Feuerwehr, Abteilung Haltingen. Für die beiden Männer, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, ist diese Tätigkeit eine willkommene Abwechslung zum Alltag im Heim und eine Chance, sich zu integrieren. Und auch die Feuerwehr profitiert laut dem Haltinger Abteilungskommandanten Jürgen Engler von den zuverlässigen jungen Männern. Auf den ersten Blick könnten die beiden kaum unterschiedlicher sein: Der 25-jährige Ahmad Alhamdan aus Syrien wirkt müde und blass, im Gespräch ist er zurückhaltend. Der Gambier Dawdad Cessay (32) hingegen ist aufgeweckt und offen, redet und lacht viel. Dennoch haben die zwei Männer auch vieles gemeinsam: Beide sind im Jahr 2015 nach Deutschland gekommen, weil sie, aus unterschiedlichen Gründen, nicht mehr in ihrem Heimatland bleiben konnten oder wollten. Beide kamen irgendwann in der Gemeinschaftsunterkunft in Haltingen unter. Dort haben sie auch die Feuerwehr kennengelernt, als sich die Abteilung Haltingen im Sommer 2016 vorgestellt hat.

Die Präsentation hatte laut Abteilungskommandant Jürgen Engler unter anderem das Ziel, den Bewohnern mögliche Ängste zu nehmen. "Wegen Erfahrungen in ihren Heimatländern verbinden viele Flüchtlinge etwas Negatives mit Uniformen", erläutert er. Mithilfe mehrerer Dolmetscher zeigten seine Männer bei einer Showübung und einer Brandschutzaufklärung, was die Aufgaben der Feuerwehr sind. "Das war eine sehr lebhafte Veranstaltung, die Menschen waren sehr interessiert", erinnert sich Engler. Auch Dawdad Cessay habe gleich mitgemacht.

Schon vor dem Besuch der Feuerwehr habe er seiner Sozialarbeiterin gesagt, dass er gerne etwas tun und im Bereich Sicherheit arbeiten würde, sagt Cessay. Sein Deutsch ist brüchig, aber dennoch gut verständlich. In seiner Heimat Afrika habe er für einen Security-Service gearbeitet. Die Sozialarbeiterin habe ihm von der Feuerwehr erzählt, aber gleich dazu gesagt, dass er dort kein Geld bekomme. Für Cessay war das kein Problem: "Ich will kein Geld, ich will etwas tun", sagt er. Er ging auf die Haltinger Feuerwehrmänner zu und wurde herzlich aufgenommen. Seit Juni nimmt er an allen Übungen und Treffen teil. "Die Leute sind sehr nett und ich sehe Dinge, die ich noch nie gesehen habe", sagt Cessay, der eine deutsche Freundin hat, über sein Ehrenamt.

Ahmad Alhamdan, der kurze Zeit später zur Feuerwehr kam, erzählt in gutem Deutsch: "Ich bin fremd hier und brauche viele Tipps und auch Freunde, die mir sagen, was man macht und was man nicht macht." Bei der Feuerwehr habe er solche Freunde gefunden, wenn er Hilfe brauche, bekomme er sie. Darüber hinaus habe der gelernte Textilmechaniker im Camp nicht gewusst, was er den ganzen Tag lang tun solle. "Nun habe ich eine sinnvolle Beschäftigung." Mittlerweile wohnt Alhamdan in einem Zimmer in Binzen, im Mai beginnt er ein Praktikum bei einem Industrieunternehmen.

Offizielle Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr sind die beiden aber noch nicht. "Es ist ein langer Prozess, bis man in die aktive Mannschaft aufgenommen wird", sagt Abteilungskommandant Engler. Neben einer Grundausbildung, die jeder durchlaufen muss und einer ärztlichen Untersuchung kommen bei Alhamdan und Cessay noch weitere Hürden hinzu. "Der Status der beiden muss zunächst geklärt sein", sagt Engler. Und obwohl die beiden schon relativ gut Deutsch sprechen, gibt es dennoch auch sprachliche Barrieren. So liegt laut Engler der Feuerwehrprüfungsbogen, der am Ende der Grundausbildung steht, ausschließlich in deutscher Sprache vor. "Die rechtlichen Hürden gehen wir gerade an", sagt Jürgen Engler. Bis dahin dürfen Cessay und Alhamdan sich zwar an allen Übungen, aber nicht an Einsätzen beteiligen.
 

Camembert statt Würstchen beim Feuerwehrfest


Die weiteren Voraussetzungen für den Eintritt der beiden in die Freiwillige Feuerwehr lägen aber definitiv vor, so Engler: Vertrauen und Engagement. "Wir waren alle beeindruckt zu sehen, wie schnell die beiden lernen", erinnert er sich an die ersten Übungen mit den Neuen zurück. Sie hätten eine sehr gute Auffassungsgabe, seien immer pünktlich und würden überall mitanpacken. Auch, dass Alhamdan gläubiger Moslem ist, sei kein Problem. Bei Festen bekomme er statt Würstchen eben gebackenen Camembert.

Engler hofft, dass die beiden in seiner Abteilung bleiben können: "Bei uns gibt es keinen Fremdenhass, es ist egal, ob jemand aus Gambia, Syrien oder Hamburg kommt." Auch im Dorf habe er keine negative Stimmen in Bezug auf die Neuen in seiner Abteilung gehört. "Das Dorf verträgt Fremde", ist Engler überzeugt.

Strohmeier jetzt Ehrenkommandant

geschrieben von Montag, 20 Februar 2017 22:08

Hubert Strohmeier, scheidender Kommandant der im zurückliegenden Jahr besonders stark geforderten Feuerwehrabteilung Stadt, ist am Freitagabend bei der Hauptversammlung für sein langjähriges verdienstvolles Wirken unter stehendem Applaus zum Ehrenkommandanten ernannt worden. Zum Nachfolger von Strohmeier wählte die Versammlung in geheimer Wahl mit überwältigendem Ergebnis Björn Wissler. Dessen Stellvertreter wurden Frank Strauß und Martin Zimmermann.

Weil am Rhein. Welche Wertschätzung Hubert Strohmeier in der Feuerwehr genießt, verdeutlichte die sehr gut besuchte Hauptversammlung, die ganz im Zeichen des Wechsels an der Spitze der mit 83 Aktiven größten Feuerwehrabteilung in der Stadt stand. Auch Feuerwehrarzt Dr. Hanspeter Volkmer und Feuerwehrseelsorger Uwe Degenhardt nahmen an der besonderen Versammlung teil. Der scheidende Abteilungskommandant und Vize-Stadtbrandmeister wird zwar noch offiziell bei der Hauptversammlung der Gesamtwehr am 8. April offiziell verabschiedet, dennoch gab es bereits viel Lob für sein außerordentliches Wirken. Ein dickes Kompliment machte beispielsweise Gesamtkommandant und Stadtbrandmeister Klaus Gempp, der zu dem seit 42 Jahren aktiven Feuerwehrmann, der noch bis Ende März seinen Nachfolger einarbeiten wird, sagte: „Er war Vater und Geburtshelfer für diese Abteilung. Er macht einen sensationellen Job. Seine Leistung macht ihm so schnell keiner nach.“ Großer Applaus der Aktiven und der Altersmannschaft unterstrichen diese Worte.

Vor etwa einem Jahr ist in Strohmeier der Entschluss gereift, seine aktive Feuerwehrtätigkeit zu beenden. „Es ist mir immer schwerer gefallen, mich nach so vielen Jahren zu motivieren. Und wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig oder gar nicht“, sagte er mit dem Zusatz: „Jetzt sollen mal Jüngere ran.“ Hubert Strohmeier, der sich nach eigenem Bekunden auf die Freizeit freut, dankte allen Feuerwehrleuten und Ellen Nonnenmacher von der Stadtverwaltung, die ihn im Laufe der vielen Jahre immer unterstützt haben. Besonders hob er seine Frau Heidi hervor, die ihm stets eine große Stütze gewesen ist. „Ohne sie hätte ich diesen Einsatz für die Feuerwehr in dem Maß nicht bringen können“, betonte er.

Frank Sommerhalter, Leiter der Weiler Feuerwache und designierter Nachfolger von Feuerwehrkommandant Klaus Gempp, der sich in einem Jahr zurückziehen will, bescheinigte Hubert Strohmeier eine große Leistung. Von Vertrauen, Offenheit, hoher Einsatzbereitschaft und ehrlichen Dialogen sei die Zusammenarbeit geprägt gewesen. Strohmeier gehe in den wohlverdienten Feuerwehrruhestand.

Björn Wissler, der bisher stellvertretender Abteilungskommandant war und nun von allen Seiten beste Wünsche als neuer Abteilungskommandant entgegennehmen konnte ebenso wie seine beiden Stellvertreter Frank Strauß und Martin Zimmermann, freute sich für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Er könne eine leistungsstarke, engagierte Feuerwehrabteilung übernehmen. „Ich hoffe, ich werde den Erwartungen gerecht“, sagte Wissler, dem alle eine glückliche Hand bei der Führung der Abteilung wünschten.

Seine erste Aufgabe als frisch gewählter Abteilungskommandant: Er ernannte Hubert Strohmeier unter stehenden Ovationen zum Ehrenkommandanten der Abteilung Stadt und meinte: „Die Feuerwehr ohne Hubi ist kaum vorstellbar.“ Strohmeier habe maßgeblichen Anteil an der vor zehn Jahren erfolgreich vollzogenen Umstrukturierung der Feuerwehr. Die Ehrenurkunde bereicherte Wissler namens der Abteilung mit einem Gutschein für einen Fernseher mit Satellitenanlage für das Wohnmobil, das der scheidende Abteilungskommandant nun vermehrt nutzen wolle. Und für dessen Frau Heidi gab es einen Blumenstrauß als Dankeschön. „Ich bin sprachlos“, rang der Geehrte ob dieser Überraschung nach Worten.

In den Reigen der Gratulanten reihte sich Ellen Nonnenmacher, die Leiterin des städtischen Rechts- und Ordnungsamts, ein. Sie zollte Strohmeier Respekt und Anerkennung und sprach von einer großen Leistung und einem starken Engagement für die Feuerwehr und die Stadt sowie von einer hervorragenden Zusammenarbeit. Lob für Hubert Strohmeier gab es auch von Gerhard Riesterer von der Altersabteilung sowie von Christian Arendt vom DRK.

 

Weil am Rhein (sif). Eine Ära bei der Weiler Feuerwehr geht zu Ende: Hubert Strohmeier wird sich nach 42 Jahren aufopferungsvollem Feuerwehrdienst zurückziehen. Jahrzehntelang war in verantwortungsvoller Position als Friedlinger Abteilungskommandant, als stellvertretender Stadtbrandmeister und nach der Umstrukturierung 2010 als Kommandant der Stadtabteilung äußerst engagiert tätig.

Am Freitag bei der Hauptversammlung der Stadtabteilung wird sein Nachfolger gewählt. Hubert Strohmeier (58) bleibt noch bis Ende März im Amt, arbeitet seinen Nachfolger ein und wird dann im April bei der Hauptversammlung der Gesamtwehr verabschiedet. Er ist ein Feuerwehrmann mit Leib und Seele. Mit ihm sprach Siegfried Feuchter.

Ja, das war mir mehr oder weniger in die Wiege gelegt worden, denn schon mein Opa und mein Vater waren sehr aktive Feuerwehrmänner. Diese Leidenschaft wurde offensichtlich vererbt.

 

Es ist der Punkt gekommen, an dem ich mir gesagt habe: jetzt reicht’s, jetzt sollen mal jüngere Leute ran. Deshalb habe ich mich entschlossen, mich aus dem aktiven Feuerwehrdienst zurückzuziehen. Der Feuerwehr werde ich natürlich trotzdem verbunden bleiben und in die Altersmannschaft wechseln.

 

Im Moment noch nicht. Ich freue mich, dass ich jetzt runterfahren und mehr private Freizeit genießen kann. Denn die Freizeit war in all den Jahren schon stark eingeschränkt.

 

Bereut habe ich es noch nie, denn es hat mir immer Spaß gemacht. Anderen Menschen helfen zu können war stets meine Motivation. Außerdem habe ich immer die Kameradschaft innerhalb der Feuerwehr geschätzt. Nach meinem Ausscheiden wird sich meine Freizeitgestaltung ändern. Denn in den zurückliegenden vier Jahrzehnten war ich an drei bis sieben Tagen in der Woche mit der Feuerwehr befasst. Und die Einsätze kann man sich auch nicht aussuchen – zur Tages- und zur Nachtzeit nicht.

 

Oh je, das weiß ich nicht. Ich habe nie Buch geführt und Stunden gezählt und weiß nur: es waren sehr, sehr viele.

 

Der Vitra-Großbrand Anfang der 80er Jahre war einer der größten Einsätze. Und gefährlich sind immer die Gefahrguteinsätze auf dem Bahngelände. Und gut erinnere ich mich auch noch an den grässlichen Unfall mit zwei Toten am Stauende auf der Autobahn.

 

Das ist eine psychisch starke Belastung, auf die jeder unterschiedlich reagiert. In solchen Fällen holen wir immer unseren Feuerwehrseelsorger zur Betreuung. Hinterher sitzen wir zusammen und arbeiten das Geschehen auf.

 

Die Jubiläen zum 125- und 150-jährigen Bestehen. Unvergesslich sind die großen Festumzüge. Und der Umzug in die neue Feuerwache 2010 war ein Quantensprung, denn dadurch hat sich die Situation für unsere Feuerwehr enorm verbessert.

 

Es sind in den zurückliegenden Jahren viel mehr technische Hilfeleistungen hinzugekommen wie Unfallrettung, viele Türöffnungen, wenn der Rettungsdienst bei älteren Leuten nicht in die Wohnung kommt, Beseitigung von Ölspuren und vieles mehr. Die Anzahl der Einsätze hat stark zugenommen. Auch werden wir, seit die Rauchmelderpflicht besteht, mit viel mehr Fehlalarmen und Einsätzen wie „Essen auf Herd“ konfrontiert. Wenn eine Brandmeldeanlage auslöst, rücken wir immer mit einem Löschzug, zwei Fahrzeugen und dem Drehleiterfahrzeug aus.

 

Ja, Bahngelände, Rhein, Autobahn und Bundesstraßen sind immer wieder Herausforderungen. Von den 325 Einsätzen der Gesamtwehr im vergangenen Jahr war die Stadtabteilung an 266 beteiligt, zumal bei uns auch die Sonderfahrzeuge angesiedelt sind. Apropos Ausrüstung: Wir sind der Stadt dankbar, dass Sie uns so gut unterstützt. Und OB Dietz hat immer ein offenes Ohr für die Belange der Feuerwehr.

 

Die funktioniert problemlos. Bei Gefahrgutunfällen beispielsweise unterstützen uns – je nach Gefahrgut – die Berufsfeuerwehr Basel, die Industrie-Feuerwehr Regio Basel (IFBR) oder die Feuerwehren von Novartis und Roche.

 

Die Stadtabteilung hat derzeit 82 Aktive, die Jugendfeuerwehr rund 30 Mitglieder. Nachwuchsarbeit ist wichtig, um neue freiwillige Feuerwehrleute rekrutieren zu können. Viele Aktive und die meisten Führungskräfte kamen von der Jugendfeuerwehr.

Wollten Sie schon als kleiner Junge Feuerwehrmann werden?

Tag und Nacht mussten Sie einsatzbereit sein und haben auch unzählige Einsätze und Übungen absolviert. Das bedeutet Verzicht auf viel Freizeit. Sind Sie nach so vielen Jahren jetzt etwas müde geworden?

Fällt Ihnen nach solch einem aufreibenden Feuerwehrleben der Abschied schwer?

Ist Ihnen dieser Verzicht schwer gefallen? Haben Sie es schon einmal bereut, sich so stark dem Feuerwehrdienst verschrieben zu haben?

Wie viele Einsätze haben Sie in den mehr als vier Jahrzehnten absolviert?

Was war Ihr schwierigster und gefährlichster Einsatz?

Wie verkraften Feuerwehrleute schwierige Einsätze?

Was gehört zu den schönsten Erlebnissen?

Wie hat sich der Feuerwehrdienst in all den Jahren gewandelt?

Die Stadtabteilung, deren Kommandant Sie sind, ist durch die Grenzlage zudem besonders gefordert.

Wie steht es um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit?

Ist die Weiler Feuerwehr personell gut aufgestellt? Wie steht’s um den Nachwuchs?

 

Christoph Schäuble folgt auf Uwe Sachs

geschrieben von Montag, 06 Februar 2017 22:36

Die Freiwillige Feuerwehr in Ötlingen hat einen neuen Kommandanten. Die aktiven Mitglieder wählten ihren Kameraden Christoph Schäuble für die nächsten fünf Jahre zum neuen Abteilungskommandanten.

WEIL AM RHEIN-ÖTLINGEN. Die Freiwillige Feuerwehr in Ötlingen hat einen neuen Kommandanten. Bei der 150. Abteilungsversammlung wählten die aktiven Mitglieder ihren Kameraden Christoph Schäuble für die nächsten fünf Jahre zum neuen Abteilungskommandanten. Er löst damit Uwe Sachs ab, der das Amt 23 Jahre innehatte. Auch Andreas Jänsch stellte nach 21 Jahren seinen Posten als Schriftführer zur Verfügung, den nun Benjamin Währer übernimmt.

Sachs hat seit 1994 sein verantwortungsvolles Amt ausgeübt und dabei an unzähligen Sitzungen teilgenommen und zweifellos noch mehr Einsätze und Übungen geleitet. Aus gesundheitlichen war für ihn jetzt Schluss und er stellte sein Amt zur Disposition: Mit Christoph Schäuble war ein Nachfolger schnell gefunden. Er war einziger Kandidat und wurde in geheimer Wahl einstimmig mit 19 Stimmen unter großem Beifall gewählt. Uwe Sachs, der beliebte Abteilungskommandant erhielt von allen Seiten nur Lob und Anerkennung.

Der 47-jährige Christoph Schäuble ist in Rheinfelden (Baden) aufgewachsen. Im Jahr 2005 zog er von der Ortenau nach Ötlingen und trat damals gleich in die Feuerwehr ein.

Keine Ware „von der Stange“

geschrieben von Dienstag, 31 Januar 2017 10:27

Als „Werkzeug der Feuerwehr“ und „Basis, die gebraucht wird“ bezeichnete Oberbürgermeister Wolfgang Dietz das neue Fahrzeug vom Typ LF-20, das am Sonntag im Rahmen einer Feierstunde in der Weiler Feuerwache übergeben wurde.

Weil am Rhein. „Ohne das wird es nichts“, betonte der OB und erklärte, schließlich würde auch kein Handwerker ohne seine Ausrüstung kommen, wenn er gerufen wird. Auf die Wehr sei Verlass, lobte er. „Sie ist präsent.“

Sein besonderer Dank galt dem Gemeinderat, schließlich gebe dieser die Mittel frei. Bei dem Fahrzeug handle es sich um modernste Technik und keine Ware „von der Stange“. Das neue Fahrzeug dient dem Ersteinsatz und kann Wasser mitführen.

Die Anschaffungskosten lagen bei rund 408 000 Euro – „etwas weniger als ein Kunstrasenplatz“, wusste der Oberbürgermeister. Und das sei die neue Währung in Weil, fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu. Der Zuschuss des Landes Baden-Württemberg liegt bei 91 000 Euro – wird aber erst über mehrere Jahre verteilt fließen. Deshalb müsse die Gemeinde in Vorleistung gehen. „Aber die Feuerwehr braucht unterschiedliche Fahrzeuge und diese müssen auch irgendwann in Rente geschickt werden“, erklärte Dietz. Dann brauche es Ersatz.

Pfarrer und Dekan segnen das Fahrzeug

Dietz wünschte der Feuerwehr wenige Fahrten im Sinne von wenigen Notfällen und stets unfallfreie Fahrten.

Neben OB Dietz konnte Abteilungskommandant Hubert Strohmeier unter anderem auch den stellvertretenden Kreisbrandmeister Klaus Werner und Pfarrer Michael Hoffmann begrüßen. Letzterer übernahm gemeinsam mit Dekan Gerd Möller die Segnung des neuen Fahrzeugs. „Es handelt sich nicht um ein Spielzeug, sondern eine lebensrettende Notwendigkeit“, betonte der Pfarrer. Jeder hoffe zwar, die Feuerwehr nicht zu brauchen, aber garantieren könne das niemand – und deshalb müssten die Floriansjünger gerüstet sein. Er wünschte ihnen, in den „Grenzsituationen des Lebens“ stets den Segen Gottes zu spüren.

Das LF-20 ersetzt ein Fahrzeug aus dem Jahr 1987, informierte Stadtbrandmeister Klaus Gempp. „Viele Fahrzeuge werden derzeit 30 Jahre alt und gerade ein Ersteinsatzfahrzeug wird stark belastet.“ Gleichzeitig werde aber die Beschaffung neuer Fahrzeuge immer schwieriger. Mit den europaweiten Ausschreibungen müssen Agenturen beauftragt werden.

Gempps Dank galt auch dem Gemeinderat, bei dem sie „fast jedes Jahr vorstellig werden“. „Aber wir stoßen immer auf ein offenes Ohr“, freute er sich. Auch die Drehleiter der Feuerwehr, Baujahr 1990, sollte bald ersetzt werden. Allerdings gebe es derzeit keinen Zuschuss, deshalb muss die Anschaffung mindestens um ein Jahr verschoben werden. „Wir sind gespannt, ob sie es aushält“, erklärte Gempp.

Nach der offiziellen Übergabe war die Bevölkerung zur Besichtigung des Fahrzeugs eingeladen. Es verfügt über einen Wassertank, der 2400 Liter fassen kann, war von Frank Sommerhalt zu erfahren. Auch eine automatische Schaumzumischung und ein LED-Lichtmast gehören zur Ausstattung. Die Pumpen leisten 2000 Liter in der Minute.

Für die musikalische Umrahmung der Übergabe sorgte der Spielmannszug.

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