„Machen das nicht aus Spaß“

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Immer wieder wundern sich Bürger darüber, dass Feuerwehrfahrzeuge in den Abend- und Nachtstunden mit eingeschaltetem Martinshorn unterwegs sind, obwohl die Straßen menschenleer sind.

Weil am Rhein (sif). Jüngst war dies auch beim Wohnhausbrand im Maiacker in Haltingen der Fall, als noch weit nach Mitternacht mehrere Feuerwehrautos mit eingeschaltetem Martinshorn und Blaulicht durch Haltingen fuhren. Zu dem Zeitpunkt war der Brand bereits unter Kontrolle, doch es waren noch umfangreiche Nachlöscharbeiten notwendig. Mehrere Bürger sprachen unsere Zeitung an und wollten wissen, ob das denn zu nächtlicher Stunde sein müsse.

Wir fragten bei Markus Utke, stellvertretender Feuerwehrkommandant und Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Weil am Rhein, nach. „Wir verstehen den Unmut einiger Bewohner, die sich fragen, wieso Feuerwehrfahrzeuge nachts das Martinshorn einschalten“, sagte Utke und beantwortete in dem Zusammenhang unsere Fragen.

Frage: Ist es denn notwendig, wenn sichtbar keine Gefahr mehr besteht, dass die Feuerwehr auch in den Nachtstunden das Martinshorn einschaltet?

Ja. Wir dürfen nicht nur das Martinshorn einschalten, wir müssen es. Denn laut Straßenverkehrsordnung darf die Feuerwehr Sonder- und Wegerechte nur in Gebrauch nehmen, wenn am Fahrzeug das blaue Rundum-Blinklicht und das Martinshorn eingeschaltet sind.

Frage: Das liegt also nicht im Ermessen der Feuerwehr, ob sie mit lautem Martinshorn und Blaulicht zum Einsatzort fährt.

Nein, das ist in der Straßenverkehrsordnung eindeutig geregelt und somit eine gesetzliche Vorgabe. Sonder- und Wegerechte werden von der Freiwilligen Feuerwehr Weil am Rhein aber nur in Anspruch genommen, wenn Menschenleben in Gefahr sind, Gefahr für die öffentliche Sicherheit besteht oder bei einem Schadensfeuer.

Frage: Diese Voraussetzungen sind aber bei jedem Einsatz gegeben.

Ja. Auch wenn die Straßen leer sind, muss immer mit einem anderen Verkehrsteilnehmer gerechnet werden. Käme es zu einem Unfall, würde der Fahrer des Löschfahrzeugs in die Pflicht genommen werden – strafrechtlich wie auch zivilrechtlich.

Frage: Spielt da die Schuldfrage keine Rolle?

Nein. Es ist egal, ob der Fahrer des Löschfahrzeugs einen Unfall verursacht hat oder nicht. Er bekäme immer eine Teilschuld, wenn er bei seiner Fahrt zu einem Einsatz nicht das Martinshorn zuschaltet. Wir Feuerwehrleute machen das nicht aus Spaß, um die Bevölkerung aus dem Schlaf zu reißen, sondern um sicher und wohlbehalten den Einsatzort zu erreichen. Nur so können wir schnell und effektiv helfen.

Frage: Das steht außer Frage.

Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass die Feuerwehrleute bei einem nächtlichen Einsatz meistens fünf Minuten vor der Alarmierung selbst noch geschlafen haben. Es muss auch bedacht werden, dass bei einer Alarmierung die Familienangehörigen ebenso geweckt werden. Diese können nun meist selbst vor lauter Aufregung kein Auge mehr zumachen, bis der Ehemann oder die Ehefrau, der Papa oder die Mama wieder sicher vom Einsatz nach Hause gekommen sind. Und auch wir Feuerwehrleute müssen meistens am Morgen wieder zur Arbeit. Deshalb hoffen wir auf Verständnis in der Bevölkerung, wenn wir das nächste Mal wieder nachts mit Tatütata durch Weil am Rhein fahren.

Weitere Informationen

  • Quelle: Verlagshaus Jaumann

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