In der Jugendwehr lernt man auch mit Stress umgehen

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Gemeinschaftsschüler haben den Weiler Feuerwehrkommandanten Frank Sommerhalter mit Fragen gelöchert.

WEIL AM RHEIN (BZ). Für die Feuerwehr Weil am Rhein ist die Gewinnung von Nachwuchs ein zentrales Anliegen. Deshalb war Kommandant Frank Sommerhalter vor kurzem gern bereit, die Fragen von Schülern der Gemeinschaftsschule zu beantworten. Lehrerin Michaela Burkard hatte die Feuerwehr zu einem Thema der Projekttage gemacht. Wir veröffentlichen hier einen Ausschnitt aus den Schülerfragen und Sommerhalters Antworten dazu.

Schüler: Was heißt denn "Jugendfeuerwehr"? Wer kann da mitmachen?
Frank Sommerhalter: Mädchen und Jungen von 10 bis 17 Jahren, danach können sie dann in eine Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr übertreten.
Schüler: Müssen das besonders kräftige, richtig sportliche Jugendliche sein?
Sommerhalter: Am Anfang war Muskelkraft gefragt, als die freiwilligen Feuerwehren gegründet wurden. Das ist jetzt etwa 150 Jahre her. Heutzutage sind vor allem gesellschaftliches Engagement gefragt und Teamgeist.
Schüler: Wann kann man dann "richtig" mitmachen?
Sommerhalter: "Ehrenamtlicher Freiwilliger" kann werden, wer mindestens 17 Jahre alt ist und nicht älter als 65. Ein ärztliches Attest muss bezeugen, dass man körperlich und geistig fit ist. Dann heißt es, Disziplin zeigen. Man ist verpflichtet, an Übungen, Lehrgängen und Einsätzen teilzunehmen. Die Ausbildung erfolgt zuerst im Landkreis, später dann auf der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal.

Schüler: Ist der Feuerwehrdienst nicht gefährlich?
Sommerhalter: Wenn die Feuerwehr gebraucht wird, ist immer irgendetwas passiert, dass bedeutet, irgendwas weicht somit auch vom Normalzustand ab. Bei solchen Ereignissen lassen sich Gefahren nicht immer ausschließen. Aber genau, damit wir diese Gefahren erkennen und beheben können, sind wir so gut ausgebildet und so gut ausgestattet. Ein Restrisiko bleibt immer bestehen.

Schüler: Ist die Jugendfeuerwehr eine Art Sportverein?

Sommerhalter: Die Jugendfeuerwehr ist Teil der Freiwilligen Feuerwehr der jeweiligen Gemeinde. Trotzdem hat sie eine eigene Struktur und Organisationsform und Disziplin. Alle deutschen Jugendfeuerwehren sind in der Regel über ihre Stadt- beziehungsweise Kreisjugendfeuerwehren sowie Landesjugendfeuerwehren in der Deutschen Jugendfeuerwehr, eines Bereichs innerhalb des Deutschen Feuerwehrverbandes, organisiert. Mit Stand 2015 gab es übrigens in Deutschland in den Jugendfeuerwehren insgesamt rund 245 000 Jugendliche.
Schüler: Warum will denn die Feuerwehr eine Jugendfeuerwehr?
Sommerhalter: Die Jugendarbeit innerhalb der Feuerwehr soll den Nachwuchs in der Feuerwehr fördern. Die Jugendfeuerwehrarbeit hat das Ziel, Kinder und Jugendliche für den Einsatz in der Feuerwehr vorzubereiten. Sie dürfen jedoch bis zu einem bestimmten Alter nicht in dem Gefahrenbereich von Feuerwehreinsätzen eingesetzt werden. Zudem nimmt die Jugendfeuerwehr wichtige Aufgaben im Bereich der allgemeinen Jugendarbeit wahr, wo sie durch verschiedenste Freizeitmaßnahmen bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen mitwirkt. Der Jugendfeuerwehrwart oder die Jugendwartin ist die Schnittstelle zwischen der Führung der Freiwilligen Feuerwehr und der Jugendfeuerwehr. Er oder sie leitet auch die Ausbildung.

Schüler: Etwas frech gefragt: Hat man außer helfen sonst noch was davon, wenn man zur Jugendfeuerwehr geht?
Sommerhalter: Man lernt in der Jugendfeuerwehr neben den Grundlagen des Feuerwehrhandwerks einiges. Man lernt im Team zu arbeiten, man beschäftigt sich mit Erster Hilfe, man lernt, Verantwortung zu übernehmen und mit Stress umzugehen. Außerdem versuchen wir, den Jugendlichen grundlegende Werte, die in der heutigen Welt leider häufiger verloren gehen, wie Wertschätzung, Loyalität, Respekt und Ehrlichkeit mitzugeben.

Schüler: Was erwartet mich, wenn ich in die Jugendfeuerwehr Weil am Rhein komme?
Sommerhalter: Unsere Jugendfeuerwehr trifft sich wöchentlich zur Ausbildung am Mittwoch um 19 Uhr. Da geht es um das Erlernen von Grundtätigkeiten im Feuerwehrdienst sowie die Übung von Geschicklichkeit, Beweglichkeit und Allgemeinwissen. Auch gemeinsame Unternehmungen außerhalb des Feuerwehrrahmens stehen in vielen Jugendfeuerwehren auf dem Programm. So gibt es zum Beispiel Zeltlager, Kinobesuche oder sportliche Tätigkeiten wie Fußball. Besonders wichtig ist, dass die Jugendfeuerwehren bereits frühzeitig den intensiven Kontakt zu ihren "großen" Partnern der Einsatzabteilung bekommen. In gemeinsamen Übungen mit diesen wird den Jugendlichen deutlich, dass auch sie schon dazugehören und ein wichtiger Teil der Feuerwehr sind.

Weitere Informationen

  • Quelle: Badische Zeitung

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