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„Machen das nicht aus Spaß“

geschrieben von Mittwoch, 15 August 2018 16:57

Immer wieder wundern sich Bürger darüber, dass Feuerwehrfahrzeuge in den Abend- und Nachtstunden mit eingeschaltetem Martinshorn unterwegs sind, obwohl die Straßen menschenleer sind.

Weil am Rhein (sif). Jüngst war dies auch beim Wohnhausbrand im Maiacker in Haltingen der Fall, als noch weit nach Mitternacht mehrere Feuerwehrautos mit eingeschaltetem Martinshorn und Blaulicht durch Haltingen fuhren. Zu dem Zeitpunkt war der Brand bereits unter Kontrolle, doch es waren noch umfangreiche Nachlöscharbeiten notwendig. Mehrere Bürger sprachen unsere Zeitung an und wollten wissen, ob das denn zu nächtlicher Stunde sein müsse.

Wir fragten bei Markus Utke, stellvertretender Feuerwehrkommandant und Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Weil am Rhein, nach. „Wir verstehen den Unmut einiger Bewohner, die sich fragen, wieso Feuerwehrfahrzeuge nachts das Martinshorn einschalten“, sagte Utke und beantwortete in dem Zusammenhang unsere Fragen.

Frage: Ist es denn notwendig, wenn sichtbar keine Gefahr mehr besteht, dass die Feuerwehr auch in den Nachtstunden das Martinshorn einschaltet?

Ja. Wir dürfen nicht nur das Martinshorn einschalten, wir müssen es. Denn laut Straßenverkehrsordnung darf die Feuerwehr Sonder- und Wegerechte nur in Gebrauch nehmen, wenn am Fahrzeug das blaue Rundum-Blinklicht und das Martinshorn eingeschaltet sind.

Frage: Das liegt also nicht im Ermessen der Feuerwehr, ob sie mit lautem Martinshorn und Blaulicht zum Einsatzort fährt.

Nein, das ist in der Straßenverkehrsordnung eindeutig geregelt und somit eine gesetzliche Vorgabe. Sonder- und Wegerechte werden von der Freiwilligen Feuerwehr Weil am Rhein aber nur in Anspruch genommen, wenn Menschenleben in Gefahr sind, Gefahr für die öffentliche Sicherheit besteht oder bei einem Schadensfeuer.

Frage: Diese Voraussetzungen sind aber bei jedem Einsatz gegeben.

Ja. Auch wenn die Straßen leer sind, muss immer mit einem anderen Verkehrsteilnehmer gerechnet werden. Käme es zu einem Unfall, würde der Fahrer des Löschfahrzeugs in die Pflicht genommen werden – strafrechtlich wie auch zivilrechtlich.

Frage: Spielt da die Schuldfrage keine Rolle?

Nein. Es ist egal, ob der Fahrer des Löschfahrzeugs einen Unfall verursacht hat oder nicht. Er bekäme immer eine Teilschuld, wenn er bei seiner Fahrt zu einem Einsatz nicht das Martinshorn zuschaltet. Wir Feuerwehrleute machen das nicht aus Spaß, um die Bevölkerung aus dem Schlaf zu reißen, sondern um sicher und wohlbehalten den Einsatzort zu erreichen. Nur so können wir schnell und effektiv helfen.

Frage: Das steht außer Frage.

Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass die Feuerwehrleute bei einem nächtlichen Einsatz meistens fünf Minuten vor der Alarmierung selbst noch geschlafen haben. Es muss auch bedacht werden, dass bei einer Alarmierung die Familienangehörigen ebenso geweckt werden. Diese können nun meist selbst vor lauter Aufregung kein Auge mehr zumachen, bis der Ehemann oder die Ehefrau, der Papa oder die Mama wieder sicher vom Einsatz nach Hause gekommen sind. Und auch wir Feuerwehrleute müssen meistens am Morgen wieder zur Arbeit. Deshalb hoffen wir auf Verständnis in der Bevölkerung, wenn wir das nächste Mal wieder nachts mit Tatütata durch Weil am Rhein fahren.

In der Jugendwehr lernt man auch mit Stress umgehen

geschrieben von Donnerstag, 09 August 2018 16:47

Gemeinschaftsschüler haben den Weiler Feuerwehrkommandanten Frank Sommerhalter mit Fragen gelöchert.

WEIL AM RHEIN (BZ). Für die Feuerwehr Weil am Rhein ist die Gewinnung von Nachwuchs ein zentrales Anliegen. Deshalb war Kommandant Frank Sommerhalter vor kurzem gern bereit, die Fragen von Schülern der Gemeinschaftsschule zu beantworten. Lehrerin Michaela Burkard hatte die Feuerwehr zu einem Thema der Projekttage gemacht. Wir veröffentlichen hier einen Ausschnitt aus den Schülerfragen und Sommerhalters Antworten dazu.

Schüler: Was heißt denn "Jugendfeuerwehr"? Wer kann da mitmachen?
Frank Sommerhalter: Mädchen und Jungen von 10 bis 17 Jahren, danach können sie dann in eine Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr übertreten.
Schüler: Müssen das besonders kräftige, richtig sportliche Jugendliche sein?
Sommerhalter: Am Anfang war Muskelkraft gefragt, als die freiwilligen Feuerwehren gegründet wurden. Das ist jetzt etwa 150 Jahre her. Heutzutage sind vor allem gesellschaftliches Engagement gefragt und Teamgeist.
Schüler: Wann kann man dann "richtig" mitmachen?
Sommerhalter: "Ehrenamtlicher Freiwilliger" kann werden, wer mindestens 17 Jahre alt ist und nicht älter als 65. Ein ärztliches Attest muss bezeugen, dass man körperlich und geistig fit ist. Dann heißt es, Disziplin zeigen. Man ist verpflichtet, an Übungen, Lehrgängen und Einsätzen teilzunehmen. Die Ausbildung erfolgt zuerst im Landkreis, später dann auf der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal.

Schüler: Ist der Feuerwehrdienst nicht gefährlich?
Sommerhalter: Wenn die Feuerwehr gebraucht wird, ist immer irgendetwas passiert, dass bedeutet, irgendwas weicht somit auch vom Normalzustand ab. Bei solchen Ereignissen lassen sich Gefahren nicht immer ausschließen. Aber genau, damit wir diese Gefahren erkennen und beheben können, sind wir so gut ausgebildet und so gut ausgestattet. Ein Restrisiko bleibt immer bestehen.

Schüler: Ist die Jugendfeuerwehr eine Art Sportverein?

Sommerhalter: Die Jugendfeuerwehr ist Teil der Freiwilligen Feuerwehr der jeweiligen Gemeinde. Trotzdem hat sie eine eigene Struktur und Organisationsform und Disziplin. Alle deutschen Jugendfeuerwehren sind in der Regel über ihre Stadt- beziehungsweise Kreisjugendfeuerwehren sowie Landesjugendfeuerwehren in der Deutschen Jugendfeuerwehr, eines Bereichs innerhalb des Deutschen Feuerwehrverbandes, organisiert. Mit Stand 2015 gab es übrigens in Deutschland in den Jugendfeuerwehren insgesamt rund 245 000 Jugendliche.
Schüler: Warum will denn die Feuerwehr eine Jugendfeuerwehr?
Sommerhalter: Die Jugendarbeit innerhalb der Feuerwehr soll den Nachwuchs in der Feuerwehr fördern. Die Jugendfeuerwehrarbeit hat das Ziel, Kinder und Jugendliche für den Einsatz in der Feuerwehr vorzubereiten. Sie dürfen jedoch bis zu einem bestimmten Alter nicht in dem Gefahrenbereich von Feuerwehreinsätzen eingesetzt werden. Zudem nimmt die Jugendfeuerwehr wichtige Aufgaben im Bereich der allgemeinen Jugendarbeit wahr, wo sie durch verschiedenste Freizeitmaßnahmen bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen mitwirkt. Der Jugendfeuerwehrwart oder die Jugendwartin ist die Schnittstelle zwischen der Führung der Freiwilligen Feuerwehr und der Jugendfeuerwehr. Er oder sie leitet auch die Ausbildung.

Schüler: Etwas frech gefragt: Hat man außer helfen sonst noch was davon, wenn man zur Jugendfeuerwehr geht?
Sommerhalter: Man lernt in der Jugendfeuerwehr neben den Grundlagen des Feuerwehrhandwerks einiges. Man lernt im Team zu arbeiten, man beschäftigt sich mit Erster Hilfe, man lernt, Verantwortung zu übernehmen und mit Stress umzugehen. Außerdem versuchen wir, den Jugendlichen grundlegende Werte, die in der heutigen Welt leider häufiger verloren gehen, wie Wertschätzung, Loyalität, Respekt und Ehrlichkeit mitzugeben.

Schüler: Was erwartet mich, wenn ich in die Jugendfeuerwehr Weil am Rhein komme?
Sommerhalter: Unsere Jugendfeuerwehr trifft sich wöchentlich zur Ausbildung am Mittwoch um 19 Uhr. Da geht es um das Erlernen von Grundtätigkeiten im Feuerwehrdienst sowie die Übung von Geschicklichkeit, Beweglichkeit und Allgemeinwissen. Auch gemeinsame Unternehmungen außerhalb des Feuerwehrrahmens stehen in vielen Jugendfeuerwehren auf dem Programm. So gibt es zum Beispiel Zeltlager, Kinobesuche oder sportliche Tätigkeiten wie Fußball. Besonders wichtig ist, dass die Jugendfeuerwehren bereits frühzeitig den intensiven Kontakt zu ihren "großen" Partnern der Einsatzabteilung bekommen. In gemeinsamen Übungen mit diesen wird den Jugendlichen deutlich, dass auch sie schon dazugehören und ein wichtiger Teil der Feuerwehr sind.

Eine herausfordernde Aufgabe

geschrieben von Dienstag, 08 Mai 2018 11:20

Jetzt steht Frank Sommerhalter an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr. Im Rahmen der Verabschiedungsfeier von Klaus Gempp (wir berichteten gestern ausführlich) wurde der 35-Jährige zum hauptamtlichen Kommandanten bestellt.

Von Siegfried Feuchter

Weil am Rhein. Welchen Vertrauensvorschuss Frank Sommerhalter genießt, wurde deutlich, als Oberbürgermeister Wolfgang Dietz ihm die Urkunde überreichte, nachdem der Gemeinderat zuvor die hauptamtliche Stelle genehmigt hatte. Er sei nun vollumfänglich verantwortlich für die Feuerwehr und genieße das Vertrauen seiner Kameraden, stellte der OB fest. Denn seit drei Jahren leitet Sommerhalter die zentrale Feuerwache und kennt die Gegebenheiten der Weiler Feuerwehr aus dem Effeff.

Zahlreiche Glückwünsche durfte der neue Kommandant entgegennehmen, der tags zuvor seinen 35. Geburtstag feierte. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit, du hast unsere volle Unterstützung“, sagte der stellvertretende Kommandant Uli Weber namens der Führungsriege und der Mannschaft. Vorgänger Klaus Gempp, Kreisbrandmeister Christoph Glaisner und Günter Lenke, Vorsitzender des Kreisverbands der Feuerwehr, wünschten neben vielen anderen Gästen dem neuen Kommandanten jederzeit eine glückliche Hand bei der Leitung der Feuerwehr, wozu auch das Administrative und das Technische gehören.

Die Weiler Feuerwehr ist Frank Sommerhalter bestens vertraut. Denn schon in jungen Jahren, nämlich 1995, trat er in die Jugendfeuerwehr ein. Dass er einmal Kommandant werden würde, hätte er sich damals nicht träumen lassen. „Dass ich Feuerwehrmann werde, war schon immer mein Kindheitstraum“, sagte der 35-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung.

Drei Ausbildungsabschlüsse

Sommerhalter ist seit vielen Jahren ein Feuerwehrmann mit Leib und Seele. Mit der Weiler Wehr ist er groß geworden. Aber nicht nur bei der Freiwilligen Feuerwehr hat er alle Ausbildungsstationen durchlaufen, auch bei der Basler Berufsfeuerwehr war er von 2007 bis 2015 tätig. Und im Vorfeld seiner neuen, verantwortungsvollen Tätigkeit absolvierte der ambitionierte und engagierte Feuerwehrmann an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal und an der Verwaltungsakademie in Kehl die Ausbildung für den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst mit Erfolg. Übrigens: Frank Sommerhalter kann gleich drei Ausbildungsabschlüsse vorweisen, ist er doch Mechatroniker, Rettungssanitäter und Feuerwehrmann.

Spannend und herausfordernd bezeichnet der hauptamtliche Kommandant, in dessen Eigenschaft er nicht nur die Interessen der ehrenamtlich tätigen Mannschaft, sondern auch die der Stadt vertreten muss, seine Aufgabe. Offenheit und Vertrauen sind ihm, wie er betont, bei der Führung der Feuerwehr wichtige Eigenschaften.

Wie gut das Verhältnis zwischen Kommando, Führung und Mannschaft ist, verdeutlicht auch der Fakt, dass sich bei einer Klausur vor längerer Zeit die Abteilungskommandanten für Sommerhalter als Nachfolger von Klaus Gempp ausgesprochen hatten.

Nach 20 Jahren an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr Weil am Rhein wurde Klaus Gempp in den Ruhestand verabschiedet und zum Ehrenkommandanten ernannt.

Der vergangene Samstag war für Klaus Gempp der letzte Diensttag. Auf Einladung der Stadtverwaltung und im Kreis der Feuerwehrkameraden und Vertreter weiterer Blaulichtorganisationen wurde der Weiler Stadtbrandmeister nach 20 Jahren an der Spitze der Weiler Wehr in den Ehrenamts-Ruhestand verabschiedet und zum Ehrenkommandanten der Wehr ernannt.

Den feierlichen Rahmen für die Verabschiedung bot der Weiler Rathaussaal. Doch zuvor stellten sich die Feuerwehrleute in Uniform und flankiert von etlichen Feuerwehrautos vor dem Rathaus zum Spalier auf und boten ihrem Kommandanten und dessen Frau Gudrun Gelegenheit, aus dem Korb der neuen Drehleiter von oben noch einmal einen Blick auf Mannschaft und Gerät zu werfen.
 

Die Herausforderungen könnten kaum größer sein


Drinnen im Saal ergriff dann OB Dietz als erster das Wort und strich heraus, dass eine Lebensleistung wie die von Klaus Gempp, der der Feuerwehr seit 40 Jahren angehört und ihr seit 20 Jahren vorstand, "höchst selten" sei, "weil auch die Herausforderungen an das Feuerwehrwesen kaum größer sein könnten". Welche Qualitäten Gempp dennoch dazu befähigten, diesen Ansprüchen gerecht zu werden, fasste Dietz in einem "Weiler Feuerwehr-Eigenschafts-ABC" zusammen.

Entscheidend, so Dietz, sei gewesen, dass Gempp die Feuerwehr von der Pike auf kannte, die Kameradschaft immer für besonders wichtig erachtete und daraus auch ein ausgeprägtes Vertrauen in der Führungsriege entstehen konnte: "Klaus Gempp verstand und lebte: entscheidend ist die Zusammenarbeit."

Als hilfreich hat es Dietz empfunden, dass Gempp zuvor schon als Gemeinderat kommunalpolitische Erfahrung gesammelt hatte und so beim Bau der Feuerwache und der Zusammenlegung der Abteilungen Altweil, Leopoldshöhe, Otterbach und Friedlingen eine äußerst wichtige Rolle spielen konnte: "Ich konnte mich immer auf dich verlassen."
 

"Ich ziehe meinen Hut vor deiner Leistung"


Wie vom Gemeinderat beschlossen, übergab Dietz dann die Ernennungsurkunde zum Ehrenkommandanten, hatte aber auch noch einen Bademantel mit Namenszug für künftige Saunagänge dabei sowie einen Gutschein des Bundestagsabgeordneten Armin Schuster für eine Reise nach Berlin für sechs Personen.

 


Kreisbrandmeister Christoph Glaisner hob in seinem Grußwort darauf ab, dass Gempp stets lösungsorientiert und frei von persönlichen Animositäten agierte. Als Gründer der Jugendfeuerwehr habe er Grundlagen dafür gelegt, dass die Weiler Wehr heute so gut dastehe. Es sei ihm aber auch gelungen, ein großes Netzwerk zu schaffen, von dem die Wehr und die Stadt profitiert hätten. Wenn er nun ausscheide, sei das ein Verlust; aber Stolz und Freude über das Geleistete stünden im Vordergrund: "Ich ziehe meinen Hut vor deiner Leistung."

Günter Lenke, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands, attestierte Gempp, dass er "eine tolle Mannschaft" hinterlasse und mit Frank Sommerhalter einen guten Nachfolger habe. Gempps Leistung sei umso bemerkenswerter, als es nirgends im Kreis eine solche Vielfalt an Anforderungen an die Feuerwehr gebe wie in Weil am Rhein: "Das hast du immer toll hingekriegt." Als Erinnerung überreichte er die Ehrengabe des Kreisfeuerwehrverbands in Gold mit den Wappen aller 35 Mitgliedswehren.
 

Schottischer Whisky und eine Ballonfahrt zum Abschied


Für die Weiler Feuerwehrleute lobte der stellvertretende Kommandant Uli Weber Gempps Leistung als "absolut bemerkenswert" und "nicht in Worte zu fasen". Als Geschenk zum Abschied gab’s zwei Flaschen schottischen Whisky, eine Ballonfahrt übers Markgräflerland und einen Reisegutschein. Glückwünsche überbrachte schließlich auch noch Klaus-Michael Effert vom DRK.

Klaus Gempp gab das viele Lob weiter an seine Mannschaft, ohne deren Unterstützung eine erfolgreiche Feuerwehrarbeit nicht möglich sei. Sein Dank galt daher den langjährigen Stellvertretern Jochen Schleyer und Hubert Strohmeier, allen Führungsmitgliedern, den hauptamtlichen Feuerwehrleuten, allen voran Roland Schmid, aber auch OB Dietz und den Gemeinderäten für die "immer faire Zusammenarbeit", benachbarten und befreundeten Wehren, dem Kreisbrandmeister und nicht zuletzt seiner Familie. Besonders hob Gempp aber hervor, dass er froh sei, "dass wir gemeinsam alle Einsätze gemeistert haben, keine Einsatzkräfte schwer verletzt wurden und auch immer das Quäntchen Glück auf unserer Seite waren". Das selbe Glück wünsche er nun auch seinem Nachfolger Frank Sommerhalter, der am Ende der vom Spielmannszug umrahmten Feier zum hauptamtlichen Kommandanten bestellt wurde.

Technische Möglichkeiten, praktische Handhabungen und die wirtschaftliche Seite mussten vor der Anschaffung der neuen Drehleiter abgewägt werden. Am Freitagabend konnte Oberbürgermeister Wolfgang Dietz das neue Großgerät an die Feuerwehr mit ihrem Kommandanten Klaus Gempp an der Spitze nun offiziell übergeben. Das Stadtoberhaupt sprach von einem „beeindruckend leistungsfähigen Fahrzeug“, das die bisherige Drehleiter ersetzt, die schon 28 Jahre alt war. Zu den Verbesserungen des Fahrzeugs zählen ein vollautomatisches Getriebe, ein deutlich größerer Rettungskorb, in dem statt drei nun fünf Personen aufgenommen werden können, und auch die Möglichkeit, Personen über 250 Kilo liegend zu retten oder Personen im Rollstuhl zu retten. Außerdem kann der Wagen dichter an ein Gebäude heranfahren. Rund 655 000 Euro zahlte die Stadt für die Anschaffung. Dass es keinen Zuschuss des Landes gab, da die Priorität im Kreis bei einer Drehleiter für den Standort Efringen-Kirchen gesehen wurde, quittierte Dietz später am Abend bei der Versammlung mit dem Kommentar, dass nicht der Löwe als baden-württembergisches Wappentier auf dem Wagen prangen dürfte. „Da gehört ein Wappen der Stadt Weil am Rhein drauf“, verwies er auf die 100-Prozent-Finanzierung. Dafür erntete er großen Applaus. mcf/Foto: Joachim Pinkawa

"Erfolg hat drei Buchstaben – T U N"

geschrieben von Montag, 16 April 2018 12:35

Stadtbrandmeister Klaus Gempp wird vielfältige Anerkennung zuteil / OB Dietz lobt "absolut vertrauensvolle Zusammenarbeit".

WEIL AM RHEIN. Obwohl er auf der Tagesordnung gar nicht auftauchte, stand am Freitagabend bei der Hauptversammlung der Weiler Feuerwehr der Abschied von Stadtbrandmeister Klaus Gempp im Mittelpunkt. Nach 20 ehrenamtlich geleisteten Jahren an der Spitze der Weiler Wehr zieht sich Gempp zurück und macht den Weg frei für eine hauptberufliche Führung.

Und als ob es an diesem Abend noch eines Belegs dafür bedurft hätte, dass Gempp mit seinem Team in den 20 Jahren eine äußerst schlagkräftige und hervorragend funktionierende Truppe geformt hat, gab es wenige Minuten vor Sitzungsbeginn einen Alarm, zu dem drei der vier Abteilungen umgehend ausrückten.

Vielleicht hätte er die letzte Generalversammlung unter seiner Führung doch nicht auf einen Freitag, den 13. einberufen sollen, sagte Gempp am späten Abend im Scherz. Da war die Tagesordnung dann endlich abgearbeitet, nachdem ein Gefahrgutalarm im Umschlagbahnhof den Großteil der Aktivmannschaft für eine gute Stunde in Beschlag genommen, sich dann aber als ungefährlich erwiesen hatte, weil lediglich Wasser von einem Waggon tropfte. Aber im Lauf des Abends piepsten die Melder der Feuerwehrleute noch zweimal – einmal, weil die Wehren im Vorderen Kandertal zu einer geheimen Übung alarmierten, ein weiteres Mal, weil eine Ölspur zu beseitigen war. Doch am Ende ist all das Alltag für die Feuerwehrleute – und der macht eben auch vor einer Generalversammlung nicht Halt.

Gempp beschränkte sich bei seinem Tätigkeitsbericht darauf, die Personalentwicklung der Wehr noch einmal zu skizzieren, verwies auf die enormen Anstrengungen, die man in der Öffentlichkeitsarbeit neuerdings auf allen möglichen Kanälen unternimmt und die offenbar Wirkung zeigt: Die Zahl der aktiven Mitglieder ist im vergangenen Jahr von 156 auf 163 gestiegen. Erfreulich steht auch die Jugendwehr, geleitet von Jan Schützenmeister, mit 31 Mitgliedern da. Etwas Unterstützung könnte der Spielmannszug mit derzeit 19 Angehörigen gebrauchen. Größte Abteilung ist aber noch vor den Aktiven der Abteilung Stadt mit 81 Mitgliedern die Altersmannschaft mit 82 Ex-Feuerwehrleuten unter der Leitung von Gerhard Riesterer. Die Abteilungen Haltingen, Ötlingen und Märkt bringen es auf 40, 24 und 18 Aktive.

 


Gempps Lob und Dank galt bei dieser Gelegenheit seinem designierten Nachfolger Frank Sommerhalter, der als Leiter der Feuerwache und der Feuerwehrabteilung in der städtischen Verwaltung ihm seit 2015 bereits viel Arbeit abnimmt, sowie seinen beiden Stellvertretern Markus Utke und Uli Weber. Den Rest des Tätigkeitsberichtes überließ er diesen Dreien (wir berichten noch).

Sommerhalter sowie OB Dietz und Kreisbrandmeister Christoph Glaisner zollten im Verlauf des Abends dann dem scheidenden Kommandanten ihre Anerkennung, obschon dessen offizielle Verabschiedung erst am 5. Mai ansteht. Sommerhalter zeigte sich beeindruckt von der Art und Weise und dem Geschick, wie Gempp den Übergang in der Feuerwehrführung vorbereitet habe. Respekt nötige ihm ab, dass er bis zuletzt nicht amtsmüde sei. Zudem hoffe er, dass ihm Gempp noch lange als Berater zur Verfügung steht.

OB Wolfgang Dietz hob die "absolut vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Feuerwehrkommando" hervor. Seiner Verabschiedung sehe er mit Wehmut entgegen, weil "eine konstante und verlässliche Persönlichkeit" ausscheide. Als großer Vorteile habe sich im Übrigen zu Beginn der 2000er-Jahre, als die Stadt sparen musste, der Umstand erwiesen, dass Gempp vor seiner Zeit als Kommandant auch Gemeinderat gewesen sei: "Es ist immer gut, wenn man auch einmal in anderen Schuhen gegangen ist." Das habe viele Diskussionen erleichtert.

Kreisbrandmeister Christoph Glaisner schließlich fasste Gempps Arbeit in dem Satz zusammen: "Erfolg hat drei Buchstaben – T U N". Dem sei er stets treu geblieben, schon als Kommandant in Altweil ab 1992, als Stellvertreter von Stadtbrandmeister Albert Fuchs ab 1993 sowie selbst als Gesamtkommandant ab 1998. Er könne nur Dank sagen für eine konstruktive Kooperation, bei der Gempp stets sachlich unterwegs gewesen sei, nie persönliche Animositäten habe erkennen lassen und nur ein Ziel gehabt habe, die Feuerwehr in Weil und auch im Landkreis voranzubringen.

Geehrt wurden am Freitagabend dann noch für 20 Jahre aktiven Dienst Dr. Hans-Peter Volkmer, Markus Utke und Thorsten Stücklin, für 25 Jahre Mario Brutsche, Andreas Rebell und Michael Rosentreter, für 30 Jahre Axel Schiffmann, Christoph Sturm und Mario Linder und für 40 Jahre Uwe Sachs, Andreas Jänsch, Roland Schmidt und Klaus Gempp. Eine besondere Auszeichnung gab es außerdem noch für Ralf Müller aus Trebbin, der seit 1990 die Treffen mit den Haltinger Feuerwehrkameraden organisiert, sowie zuletzt für den früheren Kreisbrandmeister Kurt Weiß, der der Weiler Wehr seit sage und schreibe 70 Jahren angehört.

Wie feuerwehrfreundliche Betriebe ausgezeichnet werden

geschrieben von Samstag, 16 Dezember 2017 22:38

Für Feuerwehren wird es immer schwerer, Betriebe zu finden, die Wehrleute für den Dienst freistellen. In Weil am Rhein hat man darauf mit verschiedenen Ideen reagiert.

Mehr als 300 Einsätze hat die Abteilung Stadt der Freiwilligen Feuerwehr im vergangenen Jahr bewältigt, annähernd so viele werden es auch dieses Jahr. Das bedeutet für jeden der in zwei Zügen organisierten Feuerwehrleute, dass er jährlich gut 150-mal zum Einsatz gerufen wird.


Und die sind nicht immer nur nachts oder am Feierabend, sondern oft genug während der Arbeitszeit. Da braucht es verständnisvolle Arbeitgeber, wenn es nicht zu Konflikten kommen soll.

Der Leiter der Weiler Feuerwache Frank Sommerhalter weiß davon ein Lied zu singen. Etliche Kameraden erhalten von ihrem Arbeitgeber keine Freigabe. Gerade in kleinen Betrieben mit wenigen Mitarbeitern macht sich das Fehlen eines Einzelnen gleich recht stark bemerkbar. "Da muss man auch Verständnis dafür haben", sagt Sommerhalter, der keine genauen Zahlen nennen kann.
 

Bislang gibt es noch genug Leute


Allerdings: Die Tendenz ist steigend. "Bislang haben wir immer noch genügend Leute für die Einsätze zur Verfügung. Wenn die Entwicklung so weitergeht wie in den letzten Jahren, könnte das in Zukunft aber zu einem Problem werden", räumt er ein.

Die Stadt als Träger der Feuerwehr hat darauf bereits reagiert. Seit dem Bezug der neuen Feuerwache wird bei Neueinstellungen im städtischen Betriebshof darauf geachtet, dass die Neuen auch Feuerwehrleute sind, damit sie im Ernstfall mit ausrücken können. Deshalb beschäftigt inzwischen auch kein Arbeitgeber in Weil am Rhein mehr Feuerwehrleute als die Stadtverwaltung. In ihren Diensten stehen vier festangestellte Feuerwehrleute und zwölf ehrenamtliche.
 

Lobenswerte Bereitschaft


Aber auch viele andere Arbeitgeber sind der Feuerwehr wohlgesonnen. Gerade mittlere und größere Firmen zeigten eine lobenswerte Bereitschaft, ihren Beschäftigten den Dienst an der Allgemeinheit zu ermöglichen, sagt Sommerhalter, und erlaubten regelmäßig die Teilnahme an Einsätzen und Lehrgängen.

Vereinzelt werde für diese Zeiten kein Lohn gezahlt. Die Feuerwehrleute erhalten dann von der Stadt eine Entschädigung von 8 Euro die Stunde und 9 Euro pro Einsatz. Damit sind die tatsächlichen Löhne oder Gehälter der Feuerwehrleute aber nicht angemessen entschädigt. Eine Erhöhung befindet sich aber in Vorbereitung.

 


Ohnehin ist es aber so, dass die meisten Arbeitgeber den Lohn fortzahlen und "fast keiner eine Erstattung verlangt", sagt Sommerhalter. Das heißt: Die Betreffenden fehlen nicht nur am Arbeitsplatz, sondern sie werden auch noch während des Einsatzes vom Arbeitgeber bezahlt. Allerdings gebe es in vielen Betrieben Vereinbarungen, dass die ausgefallene Arbeitsleistung nachgeholt wird. Lohnausgleichszahlungen würden deshalb meist nur bei ganztägigen Lehrgängen oder Einsätzen verlangt.
 

Acito ist besonders engagiert


Einer der großen Arbeitgeber, der mehrere Feuerwehrleute beschäftigt, ist die Firma Raymond. Alleine fünf ihrer Mitarbeiter gehören der Weiler Feuerwehr an, mehr als 15 weitere umliegenden Feuerwehren. Auch Endress+Hauser ist ein wichtiger Partner der Weiler Wehr. Neben einem Weiler Feuerwehrmann arbeiten dort zwei aus Kandern und Bad Säckingen, die während der Arbeitszeit mit den Weiler Kameraden ausrücken.

Besondere Beachtung verdiene auch das Weiler Speditionsunternehmen Acito, sagt Frank Sommerhalter. In dem Betrieb mit 50 Mitarbeitern arbeiten drei Feuerwehrleute, die besonders häufig in Anspruch genommen sind: Stefan Schepperle ist stellvertretender Kommandant der Lörracher Wehr, Markus Utke bekleidet dieselbe Funktion in Weil am Rhein und Martin Zimmermann ist stellvertretender Kommandant der Weiler Abteilung Stadt.
 

Unternehmen profitiert auch von Ersthelfern


Der Deutsche Feuerwehrverband hat diesen Umstand nun zum Anlass genommen, um dem Logistiker Acito das Förderschild "Partner der Feuerwehr" zu überreichen. Pro Jahr wird er im Landkreis Lörrach nur zweimal vergeben, um die Wertigkeit hochzuhalten.

Am Donnerstag konnten sich Dietmar Kutta und Ralf Albrecht, Geschäftsführer von Acito, über die Auszeichnung freuen, die ihnen Günter Lenke, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, übergab. Kutta machte dabei deutlich, dass "die spontanen Einsätze unserer Feuerwehrleute für den Betrieb immer wieder eine Herausforderung" seien.

Allerdings profitiere Acito auch von den drei ausgebildeten Ersthelfern, die sich zudem mit Gefahrgütern gut auskennen, was in einer Spedition von großem Nutzen sein kann. Jeder könne in die Situation kommen, auf den Dienst der Feuerwehr angewiesen zu sein. Deshalb sei es für ihn selbstverständlich, seinen Mitarbeitern den Feuerwehrdienst zu erlauben.

Immer ein Garant für Hilfe in der Not

geschrieben von Donnerstag, 06 Juli 2017 13:45

Bei bestem Wetter feierte Ötlingens Feuerwehrabteilung ihr 150-jähriges Bestehen – und viele Menschen feierten mit. Zum Festakt am Sonntagvormittag gab es zahlreiche gute Wünsche, Präsente und eine hohe Ehrung. Mit Uwe Sachs hat Ötlingens Feuerwehr nun einen neuen Ehrenkommandanten – eine gebührende Auszeichnung für den Oberbrandmeister, der 23 Jahre lang bis zum Beginn dieses Jahres die Ötlinger Abteilung geleitet hatte.

 

Weil am Rhein-Ötlingen. Uwe Sachs eröffnete den Reigen der Ansprachen mit einem Gedicht, das der Heimatdichter Johann Georg Gempp im Jahr 1867 der frisch gegründeten Ötlinger Feuerwehr gewidmet hatte. Musikalisch wurden die Reden umrahmt vom Spielmannszug der Feuerwehr Weil.

Weils Oberbürgermeister Wolfgang Dietz erinnerte an das bewegte Gründungsjahr 1867. Seinerzeit begannen die Bürger, sich in Vereinen und Feuerwehren selbst zu organisieren. Dietz: „Die Feuerwehren sind daher eine der ältesten Bürgerinitiativen, die wir kennen“. Vereine und Feuerwehren wurden zum Kristallisationspunkt der örtlichen Gemeinschaft, so der OB, heute noch zählten Feuerwehrfeste wie der Herbsthock in Ötlingen zum festen Bestandteil des Jahreskalenders einer Kommune.

„Die Feuerwehr Ötlingen war in der Geschichte des Dorfes immer ein Garant für die Hilfe in der Not, auch wenn sich seit der Gründung der Wehr Einsatzgründe und -methoden stark verändert haben“, stellte Dietz fest. Heute sei die Abteilung Ötlingen auf Dekontamination spezialisiert und ein wichtiger Bestandteil des Feuerwehrkonzeptes der Stadt.

„Für mi het’s die Füürwehr scho immer geh“, sagte Ortsvorsteherin Helene Brombacher. „Ünseri Füürwehr isch em Wandel der Zit unterworfe“, fuhr sie fort. Geblieben sei bis heute die eingeschworene Gemeinschaft, in der sich jeder blind auf seine Kameraden verlassen könne.

Seit 150 Jahren würden hier die Werte der Kameradschaft und des selbstlosen Einsatzes hochgehalten, fand auch Kreisbrandmeister Christoph Glaisner. Sein Dank galt auch den „im verborgenen bleibenden Akteuren“, sprich den Frauen, Angehörigen und Arbeitgebern der Feuerwehrleute.

Günter Lenke, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands, dankte der Abteilung für die Entlastung der Weiler Gesamtfeuerwehr.

Dem Dank schloss sich Klaus Gempp, Kommandant und Stadtbrandmeister der Feuerwehr Weil am Rhein, an. Er gratulierte zusammen mit Jürgen Engler, Uli Weber und Björn Wissler, den Kommandanten der Abteilungen Haltingen, Märkt und Stadt, der „motivierten, engagierten und verlässlichen Mannschaft“, die sich großartig in die Weiler Feuerwehrgemeinschaft integriert habe.

„Engagierte und vorbildliche Führung gehört zum Erfolg einer Mannschaft“, fuhr Gempp fort und lobte dabei Uwe Sachs: „Er ist ein souveräner, kompetenter Kamerad“. Mit viel Fingerspitzengefühl habe er die Mannschaft zu dem gemacht, was sie heute sei, fand auch Ötlingens stellvertretender Kommandant Michael Koger und ernannte Sachs zum Ehrenkommandanten der Abteilung Ötlingen.

Ötlingens Vereinsgemeinschaft und Feuerwehr, so TSG-Vorsitzender Frank Sutter, bildeten zusammen das Rückgrat für die funktionierende, lebendige Gemeinschaft im Dorf. Als Jubiläumsgeschenk der sechs Vereine gab es einen originellen Bistrotisch in Hydrantenform.

Ein Feuerwehrmann mit Leib und Seele

geschrieben von Donnerstag, 06 Juli 2017 13:44

Weil am Rhein (sif). Mit elf Jahren ist sein sehnlichster Wunsch in Erfüllung gegangen: Björn Wissler durfte in die Jugendfeuerwehr eintreten. Heute, 20 Jahre später, ist er mit erst 31 Jahren neuer Kommandant der Feuerwehrabteilung Stadt und damit seit wenigen Wochen Nachfolger von Hubert Strohmeier.

Björn Wissler war von Kindesbeinen an in die Feuerwehr sozusagen reingewachsen. Sein Vater, ebenfalls ein passionierter Feuerwehrmann, war sein Vorbild. So wunderte es nicht, dass schon in jungen Jahren in ihm der Wunsch reifte, Berufsfeuerwehrmann zu werden. Er hat aber einen anderen Berufsweg eingeschlagen. Als gelernter Schlosser ist er mittlerweile seit acht Jahren Hausmeister an der zweitgrößten Schule in der Stadt, der Realschule Dreiländereck mit ihren 680 Schülern – übrigens wie sein Vater Michael Wissler, der am Kant-Gymnasium steter Ansprechpartner für Schüler und Lehrer gleichermaßen ist.

Die Feuerwehr hat Björn Wissler von klein auf fasziniert und prägt heute zu einem guten Stück sein Leben. Ehrenamtlich stellt sich der engagierte und vielseitig interessierte junge Familienvater in den Dienst der Allgemeinheit und hat nun als Abteilungskommandant und als einer der jüngsten Brandmeister größere Verantwortung übernommen.

Er weiß, dass er als Nachfolger des jüngst ob herausragender Verdienste zum Ehrenkommandanten ernannten Hubert Strohmeier in große Fußstapfen getreten ist. Björn Wissler hatte auch lange überlegt, ob er als junger Vater einer einjährigen Tochter diese aufopferungs- und verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen soll. Doch zum einen hat er in den Jahren zuvor an der Seite von Strohmeier wichtige Erfahrungen sammeln können, zum anderen hat er mit Frank Strauß und Martin Zimmermann zwei Stellvertreter, auf die er sich nicht nur verlassen kann, sondern die ihn auch entlasten. „Teamarbeit in einer Feuerwehr ist das A und O. Anders ließe sich so viel Arbeit im Ehrenamt gar nicht bewältigen“, weiß Wissler, der einer Abteilung mit 70 Aktiven vorsteht.

Es gibt kaum einen Tag, an dem er nicht in irgendeiner Form mit der Feuerwehrarbeit konfrontiert wird. Zu den drei bis vier Terminen und Sitzungen in der Woche kommen noch die vielen Einsätze. Schichtpläne müssen zudem geschrieben, Übungen koordiniert, der Einsatzplan für Veranstaltungen organisiert werden, und, und, und... Auch ist BjörnWissler gerade dabei, die Kleinalarme umzustrukturieren.

Aufgaben und Arbeit machen ihm Spaß. „Ohne geht es gar nicht“, sagt er und fügt hinzu: „Und ohne die Unterstützung durch meine Frau auch nicht.“ Den Feuerwehrdienst sah der Kommandant der größten Weiler Abteilung schon immer als sinnvolle Freizeitbeschäftigung an. Und Spaß an der Technik hat er außerdem.

Besonders schätzt Björn Wissler, der nebenbei auch noch bei der Fasnachtsclique Wiler Rhy-Deufel aktiv ist, die Kameradschaft innerhalb der Gruppe. Und über die Feuerwehr fand er auch seinen Freundeskreis. Zusammenhalt, Einsatz für die Gemeinschaft und Verantwortung sind für Björn Wissler wichtige Eckpfeiler.

Großandrang in den Reben

geschrieben von Samstag, 27 Mai 2017 12:43

Bei warmem Frühlingswetter lockte das traditionelle Rettichfest der Haltinger Feuerwehr am gestrigen Himmelfahrtstag Hunderte hinauf in die Reben.

Weil am Rhein-Haltingen. Der Andrang war rekordverdächtig – zur Freude der Haltinger Feuerwehrleute und deren Abteilungskommandanten Jürgen Engler. Rund 50 Helfer verköstigten die Ausflügler nicht nur mit frisch geschnittenen Rettichen mit „Buurebrot un Ange“, sondern auch mit Grillwürsten und Getränken. Auch die beliebte Sekttheke gab es.

Der Andrang war so groß, dass sich nicht wenige Gäste im Gras am Hang oberhalb des eigentlichen Festplatzes niederlassen mussten. „Wenige Tage nach unserem schönen Orts-Jubiläumsfest haben wir wieder einen tollen Tag gehabt“, freute sich Engler über den rekordverdächtigen Andrang und die heitere Stimmung. An den Theken bildeten sich teilweise lange Warteschlangen mit entsprechenden Wartezeiten. „Wir arbeiten wirklich so schnell es geht, aber die Rettiche frisch zu schneiden braucht einfach Zeit“, erklärte Engler.

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Basler Straße 41
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