Alexander Ebler

Wie feuerwehrfreundliche Betriebe ausgezeichnet werden

Samstag, 16 Dezember 2017 22:38

Für Feuerwehren wird es immer schwerer, Betriebe zu finden, die Wehrleute für den Dienst freistellen. In Weil am Rhein hat man darauf mit verschiedenen Ideen reagiert.

Mehr als 300 Einsätze hat die Abteilung Stadt der Freiwilligen Feuerwehr im vergangenen Jahr bewältigt, annähernd so viele werden es auch dieses Jahr. Das bedeutet für jeden der in zwei Zügen organisierten Feuerwehrleute, dass er jährlich gut 150-mal zum Einsatz gerufen wird.


Und die sind nicht immer nur nachts oder am Feierabend, sondern oft genug während der Arbeitszeit. Da braucht es verständnisvolle Arbeitgeber, wenn es nicht zu Konflikten kommen soll.

Der Leiter der Weiler Feuerwache Frank Sommerhalter weiß davon ein Lied zu singen. Etliche Kameraden erhalten von ihrem Arbeitgeber keine Freigabe. Gerade in kleinen Betrieben mit wenigen Mitarbeitern macht sich das Fehlen eines Einzelnen gleich recht stark bemerkbar. "Da muss man auch Verständnis dafür haben", sagt Sommerhalter, der keine genauen Zahlen nennen kann.
 

Bislang gibt es noch genug Leute


Allerdings: Die Tendenz ist steigend. "Bislang haben wir immer noch genügend Leute für die Einsätze zur Verfügung. Wenn die Entwicklung so weitergeht wie in den letzten Jahren, könnte das in Zukunft aber zu einem Problem werden", räumt er ein.

Die Stadt als Träger der Feuerwehr hat darauf bereits reagiert. Seit dem Bezug der neuen Feuerwache wird bei Neueinstellungen im städtischen Betriebshof darauf geachtet, dass die Neuen auch Feuerwehrleute sind, damit sie im Ernstfall mit ausrücken können. Deshalb beschäftigt inzwischen auch kein Arbeitgeber in Weil am Rhein mehr Feuerwehrleute als die Stadtverwaltung. In ihren Diensten stehen vier festangestellte Feuerwehrleute und zwölf ehrenamtliche.
 

Lobenswerte Bereitschaft


Aber auch viele andere Arbeitgeber sind der Feuerwehr wohlgesonnen. Gerade mittlere und größere Firmen zeigten eine lobenswerte Bereitschaft, ihren Beschäftigten den Dienst an der Allgemeinheit zu ermöglichen, sagt Sommerhalter, und erlaubten regelmäßig die Teilnahme an Einsätzen und Lehrgängen.

Vereinzelt werde für diese Zeiten kein Lohn gezahlt. Die Feuerwehrleute erhalten dann von der Stadt eine Entschädigung von 8 Euro die Stunde und 9 Euro pro Einsatz. Damit sind die tatsächlichen Löhne oder Gehälter der Feuerwehrleute aber nicht angemessen entschädigt. Eine Erhöhung befindet sich aber in Vorbereitung.

 


Ohnehin ist es aber so, dass die meisten Arbeitgeber den Lohn fortzahlen und "fast keiner eine Erstattung verlangt", sagt Sommerhalter. Das heißt: Die Betreffenden fehlen nicht nur am Arbeitsplatz, sondern sie werden auch noch während des Einsatzes vom Arbeitgeber bezahlt. Allerdings gebe es in vielen Betrieben Vereinbarungen, dass die ausgefallene Arbeitsleistung nachgeholt wird. Lohnausgleichszahlungen würden deshalb meist nur bei ganztägigen Lehrgängen oder Einsätzen verlangt.
 

Acito ist besonders engagiert


Einer der großen Arbeitgeber, der mehrere Feuerwehrleute beschäftigt, ist die Firma Raymond. Alleine fünf ihrer Mitarbeiter gehören der Weiler Feuerwehr an, mehr als 15 weitere umliegenden Feuerwehren. Auch Endress+Hauser ist ein wichtiger Partner der Weiler Wehr. Neben einem Weiler Feuerwehrmann arbeiten dort zwei aus Kandern und Bad Säckingen, die während der Arbeitszeit mit den Weiler Kameraden ausrücken.

Besondere Beachtung verdiene auch das Weiler Speditionsunternehmen Acito, sagt Frank Sommerhalter. In dem Betrieb mit 50 Mitarbeitern arbeiten drei Feuerwehrleute, die besonders häufig in Anspruch genommen sind: Stefan Schepperle ist stellvertretender Kommandant der Lörracher Wehr, Markus Utke bekleidet dieselbe Funktion in Weil am Rhein und Martin Zimmermann ist stellvertretender Kommandant der Weiler Abteilung Stadt.
 

Unternehmen profitiert auch von Ersthelfern


Der Deutsche Feuerwehrverband hat diesen Umstand nun zum Anlass genommen, um dem Logistiker Acito das Förderschild "Partner der Feuerwehr" zu überreichen. Pro Jahr wird er im Landkreis Lörrach nur zweimal vergeben, um die Wertigkeit hochzuhalten.

Am Donnerstag konnten sich Dietmar Kutta und Ralf Albrecht, Geschäftsführer von Acito, über die Auszeichnung freuen, die ihnen Günter Lenke, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, übergab. Kutta machte dabei deutlich, dass "die spontanen Einsätze unserer Feuerwehrleute für den Betrieb immer wieder eine Herausforderung" seien.

Allerdings profitiere Acito auch von den drei ausgebildeten Ersthelfern, die sich zudem mit Gefahrgütern gut auskennen, was in einer Spedition von großem Nutzen sein kann. Jeder könne in die Situation kommen, auf den Dienst der Feuerwehr angewiesen zu sein. Deshalb sei es für ihn selbstverständlich, seinen Mitarbeitern den Feuerwehrdienst zu erlauben.

Märkter Kameraden hoch motiviert

Donnerstag, 26 Januar 2017 23:25

Uli Weber bleibt an der Spitze der Abteilung, die 2016 die stolze Zahl von 118 Terminen absolvierte / Vorfreude auf neues Gerätehaus.

WEIL AM RHEIN-MÄRKT. Bei der Hauptversammlung der Feuerwehrabteilung Märkt wurde Uli Weber für fünf weitere Jahre Abteilungskommandant bestätigt. Ihm zur Seite stehen seine beiden Stellvertreter Thomas Pradler und neu Michael Huber, der in die Führungsaufgabe hinein wachsen und das Team, das den Neubau des Gerätehauses begleitet, verstärken soll.

Das neue Rettungsboot, das im September in Rostock abgeholt wurde, soll im April offiziell vom Landratsamt eingeweiht werden.

In seinem Jahresbericht ließ der Abteilungskommandant das Jahr 2016 Revue passieren. Bei 118 Terminen wurden insgesamt 2136 ehrenamtliche Stunden (Vorjahr 1624 Stunden) geleistet. Von den 39 Einsätzen teilen sich auf in 14 Hilfeleistungen auf dem Rhein, einen Brandeinsatz, fünf technische Hilfeleistungen, vier Alarmauslösungen durch Brandmeldeanlagen, eine Tierrettung, vier Einsätze der Führungsgruppe und zehn sonstige Einsätze. Ganz wichtig war es für den Abteilungskommandanten, dass alle Kameraden immer unfallfrei ins Gerätehaus zurückgekehrt sind. Weber dankte den Kameraden für die durchschnittlich 77-prozentige Beteiligung an den 24 Übungen sowie den 20 Bootsübungen.

Ohne Fehlzeiten war Uli Weber, je einmal fehlten Thomas Pradler und Waldemar Reider. Auch Fort- und Weiterbildungen wurden wahrgenommen, außerdem standen Ausschusssitzungen, Gruppenführersitzungen, Grund-, Funk- und Maschinistenausbildungen sowie je ein Truppführerlehrgang und eine Fortbildungsmaßnahme in Messtechnik auf dem Programm. Dazu kam eine Vielzahl gesellschaftlicher Aktivitäten vom Fasnachtsfeuer, Maibaumstellen und der Brückeneinweihung bis zum Ankerhock.

Kassierer Daniel Maier berichtete in seinem 15. und letzten Bericht über die finanzielle Situation. Die beiden Kassenprüfer Horst Bleckwehl und Raphael Rinkes bescheinigten ihm eine einwandfreie Kassenführung. Der dienstälteste Feuerwehrkamerad Karl Pradler hielt die Laudatio auf den ausscheidenden Kassierer und überreichte ihm ein Geschenk.

Stadtbrandmeister Klaus Gempp, der mit seinem Stellvertreter Hubert Strohmeier und mit Ellen Nonnenmacher von der Stadtverwaltung an der Versammlung teilnahm, sprach im Namen der Gesamtwehr seinen Dank für das Engagement der Abteilung Märkt aus. Gempp hoffe, dass die Planungen für das neue Gerätehaus bis Ende dieses Jahres abgeschlossen seien. In diesem Zusammenhang dankte er der Stadt für ihre Unterstützung. Für Strohmeier, der sein Amt abgeben wird, war es der letzte Besuch in dieser Funktion in Märkt.

Beeindruckt von der Arbeit und dem Einsatz für die Sicherheit der Bürger zeigte sich Ortsvorsteher Stefan Hofmann, der sich im Namen der Bürger und des Ortschaftsrats für den ehrenamtlichen Dienst an der Allgemeinheit bedankte. Einen hohen Stellenwert habe auch Feuerwehrseelsorger Uwe Degenhardt, der den Kameraden bei belastenden Einsätzen beistehe.

Wahlen: Abteilungskommandant Uli Weber, 1. Stellvertreter Thomas Pradler; (beide wie bisher), 2. Stellvertreter Michael Huber, Kassierer Patrick Kurz für Daniel Maier, Mannschaftsvertreter Rolf Rung (wie bisher).

Termine: Hauptversammlung Freiwillige Feuerwehr Weil am Rhein am 7. April im katholischen Gemeindehaus; Ankerhock am 28. Juli

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