Weil für die Beschaffung einer neuen Drehleiter für die Freiwillige Feuerwehr Weil am Rhein nicht mit Zuschüssen gerechnet werden kann, soll statt eines Neufahrzeugs ein so genanntes Vorratsfahrzeug angeschafft werden.

Weil am Rhein. Der Kultur-, Sport- und Verwaltungsausschuss hat in seiner Sitzung am Dienstagabend zugestimmt. Das letzte Wort hat kommende Woche der Gemeinderat.

Bereits vor etwa zwei Jahren erhielt die Verwaltung den Auftrag für die Vorbereitungen der Beschaffung einer vollautomatischen Drehleiter mit Korb, erinnerte Rechts- und Ordnungsamtsleiterin Ellen Nonnenmacher in der Sitzung. Ein Zuwendungsantrag ist 2016 jedoch abgelehnt worden, auch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung (um dennoch mit der Ausschreibung beginnen zu können) wurde nicht erteilt. Für 2017 konnte ebenfalls kein Zuschuss in Aussicht gestellt werden.

Die Verwaltung hat sich also um kostengünstigere Alternativen für die Ersatzbeschaffung bemüht – in Frage kamen zunächst ein Vorführ- oder ein Vorratsfahrzeug. Letztere werden laut Vorlage in auftragsfreien Zeiten mit einer Mindestausstattung produziert und der Innenausbau erfolgt nach Absprache mit dem Kunden. Vorführfahrzeuge werden etwa ein halbes Jahr als Werbefahrzeuge genutzt und haben beim Kauf zirka 20 000 Kilometer auf dem Tacho. Sie sind meist voll ausgestattet, ein nachträglicher Umbau ist nur begrenzt möglich.

Bei der Firma, die diese Optionen anbietet, kostet ein Neufahrzeug rund 715 000 Euro, ein Vorführfahrzeug etwa 650 000 Euro und ein Vorratsfahrzeug zirka 660 000 Euro. Zu letzterem tendiert die Verwaltung. So könne der Ausbau an den Bedarf der Freiwilligen Feuerwehr Weil am Rhein angepasst werden, außerdem könnte auf Ausstattung verzichtet werden, die im Vorführfahrzeug enthalten wäre. Nach Auftragserteilung sei mit einer Frist von sechs bis acht Wochen zu rechnen – beim Vorführwagen wären es sieben bis acht Monate.

„Die Drehleiter aus dem Jahr 1990 ist nicht besser geworden und es ist mit ansteigenden Reparaturkosten zu rechnen“, sagte Nonnenmacher. Es gebe keine Garantie mehr, dass die Leiter im Ernstfall zur Verfügung steht. Denn wenn keine Eigenreparatur möglich ist, müsse das Fahrzeug nach Karlsruhe überführt werden. Dann helfe die Lörracher Wehr aus.

Auch Andreas Rühle (UFW) sah die Dringlichkeit: „Die Sicherheit muss es uns wert sein, die Mittel freizugeben“, sagte er. Es sei zwar toll, dass die Feuerwehr Lörrach im Notfall aushelfe. „Aber jeder weiß, dass der Weg auch Zeit beansprucht und das ist hinderlich.“

„Die Feuerwehren sind verpflichtet, sich gegenseitig zu unterstützen“, stellte Oberbürgermeister Wolfgang Dietz klar. Aber auch er sei sehr froh, dass das klappe.

Beladungsverteilung wird gemeinsam festgelegt

„Wir befürworten das", äußerte sich auch Claus Weibe­zahl (CDU). „Ohne Fahrzeug kann ja auch keine Überlandhilfe geleistet werden“, erklärte er. Wolfgang Roth-Greiner (FDP) war ebenfalls der Meinung, keine Zeit verlieren zu dürfen. Wie Monika Sulzberger (SPD) erkundigte er sich nach zusätzlichen Kosten für den Ausbau des Vorratsfahrzeugs. „Es gibt keine“, konnte Nonnenmacher beruhigen. Man hoffe eher, dass der Preis sogar günstiger werde. Beim Ausbau gehe es nicht um die Ausstattung, sondern um die Beladungsverteilung. „Es wird gemeinsam festgelegt, was sich wo auf diesem Fahrzeug befindet“, ergänzte Dietz.